"Stichwortgeber der eigenen Erinnerung"

Durch das Fenster des Cafe´s kann ich auf den Außenbereich eines Fischgeschäftes schauen. Dort stehen kostümierte Hexen und feiern die Altweiberfastnacht. Die Hexen wippen im Takt. Klatschen in die Hände, schunkeln und stoßen miteinander an, beißen in ihr Fischbrötchen. - Repeat!

Sonst sieht man keine Fastnachts-Feier-Wütigen. Ich wünsche mir für heute Abend, ganz unbescheiden, eine volle Party-Location und viele schöne Kostüme zum fotografieren.

Ich werde mir einen schwarzen Rauschebart ankleben, eine Nachtkappe aufsetzen, eine Brille ohne Gläser ziert mein Nasenrücken und schlüpfe in einen verloderten, gemütlichen, bunten Bademantel. - "Jahrelanges arbeitsloses Mainzelmännchen", könnte die Kostümbeschreibung lauten. - Ich freue mich richtig darauf. Denn so bescheuert, ohne einen Hauch von Schuldbewusstsein kann ich nur an Fastnacht herumlaufen. - Ein dreifach donnerndes: "Helau"!


Das Café füllt sich. Der Geräuschpegel steigt zunehmend. Ein Wörterrausch dringt an meine Ohren, einzelne Worte und Stimmen werden herausgefiltert.
Schlagwörter werden zu Gedanken, Stichwortgeber der eigenen Erinnerung.

... mein Bus! ... jetzt aber schnell .... !

* Blog wurde bereits am Donnerstag, 8. Februar 2018 bis 15 Uhr 46 in einem Eiscafé verfasst*

2 Kommentare 9.2.18 07:53, kommentieren

Ausweichen

Ich bin kein Fan von meinem Bruder! - ... und ich frage mich gerade, ob ich das je irgendwann war?

Jemand, der mit über 40 schmollt wie ein Kind, wegen nichts und wieder nichts? - Besonders wenn er hass auf mich hat, versucht er mir wehzutun.

Wirft mich aus dem Haus der Großeltern, das er mittlerweile gekauft hat. Das Jahrelang meine Zuflucht war. Mein Rückzugsort, meine persönliche Oase des Friedens.

Mein Bruder meinte, das ich wegen drei lächerlichen Minuten den Computer unseres Vaters herunterfahren soll - wenn ich nicht daran arbeite, da der PC sonst unnötig viele Betriebsstunden ableisten muss. (hm?!??)
Schreit herum, er würde mich vermöbeln, wenn er noch einmal höre, das ich den Fensterladen nachts schließe. Als käme ich auch nur annähernd auf die Idee ihn herauszufordern.
Auch wenn ich keine Angst habe!
Die Drohung, alleine die Drohung lässt mir trotzdem einen eiskalten Schauder über die Schultern laufen.

Während er bei jeder Kleinigkeit die Beherrschung verliert. Funktioniert ein Gerät (PC zum Beispiel) nicht wie er sich das wünscht, ist es leicht möglich, dass, das Gerät auch mal seine Fäuste oder Füße zu spüren bekommt.
Menschen hingegen, besonders Familienmitglieder werden mit einem Schimpffeuerwerk bedacht.

Auch wenn Samstagsmorgens Nachbars Hunde bellen flippt er öfters total aus: "Irgendwann bring ich die scheiß Köter alle um"!

Er schreit herum. In etwas so: "Ich kann net mehr, wieso ich, ausgerechnet ich, wieso immer ich?!" -

Meist glaubt er seine Wut ist gerechtfertigt. Kennt dann weder Feind noch freund.

Zumindest solange bis jemand sein jammern wahrnimmt, sich um ihn kümmert. Sich (meist Vater) seiner annimmt. Anstatt einfach mal zu fragen: "Würdest du mir helfen, ich hab ein Problem?"

Ich habe das Gejammer in der Kindheit gehasst, je älter ich werde desto mehr satt ich diese grauenhafte Eigenschaft.

Auch wenn ich heute natürlich mehr drüber stehe, wie als Kind, Teenager oder junger Erwachsener, erschreckt es mich noch immer sehr.
Vielleicht hab ich mir deshalb, weil er so herrisch ist, immer ausgemalt wie es wäre eine Schwester zu haben? - Eine Schwester, die man beschützt vor allem übel und mit dieser das Reden, Unternehmungen und das zusammenleben so viel einfacher (vermutlich) wären?

Das versaute Weihnachten 2017, wegen seiner legendären Schmolleinlagen, hab ich noch längst nicht verdaut.

Ich weis auch, ich schaffe mir derzeit ein falsches Feindbild in meinem Bruder.
Man sollte seinen Bruder mögen, mit ihm Dinge unternehmen, reden etc. Dankbar für seine Geschwister sein! - Aber bin ich das?

Aber das Reden war stets sein Ding, das sich ausheulen bei mir, wenn es ihm nicht gutging. - Ich bin da eher verschlossen, hatte früher meine PC-Tagebücher oder hab wie jetzt den Blogg (Beste Idee, ever) dafür.

Unternommen haben wir einiges zusammen.
Viele schöne Dinge sogar. Dennoch bin ich oft nur mitgekommen, das Ruhe herrschte, ich Angst hatte, das er tagelang mit seinem schmollen den Familienfrieden stört.
Auch wenn ich nur zu gerne, einfach mal - genau dann - auf der Couch kleben geblieben wäre.

In dieser Woche hielt ich sogar eine richtige Versöhnung zwischen für nicht ausgeschlossen. Da mein Bruder darauf Bestand, mich zu fahren.
Ich hatte einen Geldbeutel im Bus gefunden. Durch die Fahrkarte konnte ich den Besitzer leicht ausfindig machen.
Mein Bruder meinte, er hätte sowieso etwas auf dieser Strecke zu erledigen. Er war nicht abzubringen mich zu fahren. ... und ich zu blöde "Nein" zu sagen.

Deshalb fuhr ich mit. Definitiv ein Fehler!

Schon früher bin ich ihm oft ausgewichen, wenn ich kein gutes Gefühl hatte. Auch nur Ansatzweise dachte, er könnte herumbrüllen. Oder sich auf dem Kriegspfad befinden.
Ich bin sogar ziemlich oft einfach zwei, drei Busse später heimgefahren. Um an Jammertagen möglichst wenig Zeit in seiner Nähe verbringen zu müssen. - Die Ausweichzeit schlug ich meist in meiner Lieblingsbuchhandlung oder im Kino tot.
Was wohl erheblich zu meiner Bücher- und Filmleidenschaft beitrug.


Mein Bruder ist aber auch sehr spendabel.
Jetzt zum Beispiel, hat er zum 70. Geburtstag meines Vaters, den Eltern, einen mehrtägigen Aufenthalt. in Moselnähe, in einem Mehr-Sterne-Hotel spendiert. ... mal sehen, ob mir was ähnlich spektakuläres einfällt um meinem Vater einen Freude zu bereiten?


*Es ist genau 4 Uhr 29 ... ich sinniere gerade über meine Familie, die bevorstehende Altweiberfastnacht und diesen Blogeintrag.*

1 Kommentar 7.2.18 04:30, kommentieren

Über: "Fastnacht & Bud Spencer"

Die Woche ist nur so an mir vorbeigerauscht!

Ich kann kaum glauben, das schon wieder Wochenende ist.

Zwischen Arbeit, fotografieren, Bildbearbeitung und Sport ist das Leben momentan schnelllebig, wie selten zuvor.

Vergangenen Sonntag war ich auf einem Umzug - in einem der Nachbardörfer - mit den nettesten Teilnehmern und Zuschauern, ever, unterwegs!

Das war ein Riesenspaß.
Was wohl auch daran lag, das ich viele der Umzugsteilnehmer bereits aus den vergangenen neun Fastnachtsjahren kannte.
Dazu Zuschauer, die sichtlich Freude daran hatten, sich in ihren Kostümen fotografieren zu lassen. Den zahlreichen Umzugsteilnehmern, ob zu Fuß oder auf einem Wagen, ausgelassen zujubelten.

Auch die anschließende Feier - im Vereinsheim auf dem Sportplatz - war bis auf die letzten zehn Minuten ein Genuss.
Zwei Männer gerieten aneinander. Prügelten sich Buchstäblich, die "Scheiße gegenseitig aus dem Leib". Ich glaube, fast überflüssig zu erwähnen, das die zwei Prügelknaben stark alkoholisiert waren. Es floss etwas Blut aus beiden Nasen.
Danach fand weder der DJ zurück in die Spur, noch die Gäste, woraufhin sich die Partyschar unerwartet schnell auflöste.

Auch ich machte mich auf den Heimweg. Jedoch brauchte ich viel länger als erwartet, da ich meine liebe Not hatte, mich zum Bahnübergang - wohlgemerkt im Nachbardorf - durchzuschlagen.
Es war dunkel, kalt und mein sonst zuverlässiger Orientierungssinn brauchte eine Dreiviertelstunde um mich zielsicher zum Treffpunkt, an dem mich Vater abholen wollte, zu geleiten.


In meinem Stammchat, der läuft derzeit meist nebenbei, wenn ich Bilder bearbeite, führe ich ausgelassene Gespräche "Über Gott und die Welt".

Wobei mir in letzter Zeit besonders ein rundum gelungener Chat über Bud Spencer in Erinnerung geblieben ist. Seltsam, aber zu der Figur "Bud Spencer" kann irgendwie jeder, ich meine wirklich jeder und jede Person etwas beitragen.
Es gab nur liebevolle und witzige Erinnerungen an den großen, bärigen Haudegen der Kinoleinwand.

Es war als schreibe man über einen verstorbenen Onkel, den man nur selten gesehen hat. Wenn er dann allerdings für einige Stunden zu Besuch war, mochte man ihn sofort, konnte sich seines intensiven Wesens und Witzes nicht entziehen.
Man musste ihn einfach sehr gerne haben, ob man wollte oder nicht.

Leider muss ich gestehen, war ich ein echter Chauvi! Niemals hätte ich mir vorstellen können, das bei diesem Thema, ausgerechnet, die weiblichen User dermaßen viel zum Thema: Bud-Spencer beitragen würden. - Asche über mein Haupt!


Der heutige Samstag steht ganz im Zeichen der großen Jubiläumssitzung meines Fastnacht-Heimat-Vereins. Bereits gestern Abend wohnte ich der Generalprobe bei.

Ertappte mich aber gleich mehrmals bei der Generalprobe dabei, das ich dachte; wie schön wäre, genau jetzt, ein ruhiger TV- oder Leseabend? Frisch geduscht auf der Couch sitzen und sich von der Mattscheibe berieseln lassen.; - Das klang (... und klingt) geradezu himmlisch.
Das hole ich spätestens übernächste Woche nach.

Solange steht mindestens noch die 5. Jahreszeit im Vordergrund.

Sobald ich heute Abend in der ausverkauften Halle stehe, den Foto um den Hals, das Programm seinen Lauf nimmt, die Fastnachtsmagie endgültig wieder Besitz von mir ergriffen hat, verschwende ich an gemütliche Fernsehabende etc. ,wahrscheinlich, vorerst keinen weiteren Gedanken mehr. ... und darauf, würde ich sogar wetten, das kommt echt selten bei mir vor.


*Ich hab gerade totale Lust auf einen Mega-Vanille-Milchshake.*

1 Kommentar 3.2.18 05:15, kommentieren

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