„Schwach gechattet oder keine Angst vorm anecken“

Heute war ich im Chat unterwegs. 8 User waren neben mir Online. Ein Stelldichein von geschätztem und gemochtem Plaudrer. Sogar einige neue Charaktere sind im Chat aufgetaucht.
Frisches Blut ist immer gut. Solange es nicht arg ausfallend wird. Danach sieht es nach dem ersten Eindruck nicht aus.
Unsere Schwächen sehen wir uns im Chaträumchen alle Gegenseitig großzügig nach. Rücksicht und Respekt können auch in der Onlinewelt (über)leben.
Ja, darüber staune (nicht nur) ich, liest man in den Medien meist nur: „Böses, böses Internet das Jung & Alt entsetzlich verdirbt.“

Viel sinnvolles habe ich heute allerdings nicht zum Chat beigetragen. Sondern ich hatte großen Spaß an unsinniger Dampfplauderei. Ich weiß nicht, wenn ich zuletzt in einem Chatraum in solchem Maße überdreht habe? – Keine bösartigen Zeilen sind mir herausgerutscht, einfach purer Schabernack. Die anderen haben teilweise mitgelacht oder zumindest so getan. Dennoch muss ich das zurückfahren. Einmal ist Keinmal. – Dennoch war das schwach.  

Schon beim ausloggen, war ich mit mir nicht zufrieden.
Normalerweise verlasse ich den Chat mit einem guten Gefühl, bin dann mit meinen Schreibpartnern und mir zufrieden. … denke im Normalfall bis zu der nächsten Anmeldung nicht mehr darüber nach. – Das war vor einigen Stunden eben anders.


Mit meinen Eltern sah ich das Länderspiel, Deutschland vs. Argentinien (2:2).
Heißeste Suppe und Wiener Würstchen gabs zum Vorspiel. Die Suppe hat mich fast (aber wirklich nur fast) so gewärmt, wie die Nähe zu meinen Eltern, die ich mindestens genauso in Augenschein nahm wie die Übertragung des Länderspiels.
Ich finde die Vorstellung, dass meine Eltern eines Tages nicht mehr greifbar sind, selbst in meinem fortgeschrittenen Alter, unvorstellbar.
Vielleicht auch nicht?
Könnte es nicht sein, dass mich dieses Szenario innerlich so schreckt, dass ich deshalb mehr denn je darauf aus bin mit ihnen Zeit zu verbringen???


Das Beste an dieser Wochenmitte, die Angst, dass ich was Falsches in meinen Blogeinträgen schreiben könnte, Leben, Phantasien, Gefühle oder Gedanken bei anderen anecken könnten, ist total, ich meine wirklich komplett weg.

10.10.19 02:56, kommentieren

„Melancholische Herbstgemütlichkeit“

So intensiv habe ich den Herbst lange nicht gefühlt.
Es regnet immerzu, es ist windig und stürmt, die Blätter fallen von den Bäumen, Kastanien liegen seit Wochen auf dem Boden herum. Die Welt ist in ein Nassgraublau eingehüllt. Rundum ein Herbst wie aus Erzählungen.


In mir wohnt eine gewisse Gemütlichkeit, die passt erstens zum Wetter und recht gut zu meiner Person.
Ich kann (und will) mich nicht dagegen erwehren, dass ich es liebe, wenn es draußen stürmt in eine warme Wohnung zu kommen. Die Wohnung ist sauber, es riecht innen nach einem wundervollen Duftmischung aus Möbelspray, Herbst und vertrauten Gerüchen.
Was schönes essen, eine Dusche, dann sich auf die Couch packen vor den TV, lesen oder Mal entspannt vor das Internet packen. Vom Gefühl: Absolute Weltklasse.
Übrigens zu einem goldenen Oktober würde ich auch „nicht nein“ sagen.
Ich genieße es, was auch daran liegen könnte, dass ich Mal nicht Beschäftigt bin Fotoaufträge zu bearbeiten, sondern Endlich mich abends um Privataufnahmen kümmern kann?

In den vergangenen Tagen habe ich bereits 2 Staffeln der Serie Downton Abbey gesehen. Staffel 3 liegt bereits auf dem Schreibtisch.
Ich tauche in diese Welt ein, bin dann mehrere Stunden mit Geist und starren Blick auf dem Bildschirm gebannt.
Der 52 Teilige Mehrteiler fand sein Ende bereits vor einigen Jahren. Erlebte aber eine Renaissance durch einen Kinofilm 2019.


Heute Abend steht nicht mehr viel an. … und Morgenabend auch nicht. – Gottseidank.
Mit Vater möchte ich mir den Länderspielklassiker zwischen Deutschland und Argentinien ansehen. Ich kann ganz prima leben ohne jegliche Aufregung.

Meine Gedanken, noch mein Leben, noch ich als Person sind (wenn überhaupt) für andere nur bedingt spannend!?!
Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen kann ich mich jedoch darüber freuen, dass mich wenige Sorgen umnachten, ein Leben haben darf und kann.
Mir wurde in dieser Woche die Frage gestellt, mit welchem Gegenstand oder welcher Sache ich mein Leben vergleichen würde?
Ich habe mehre Tage nach einer befriedigenden Antwort für mich gesucht. Vergleichen würde ich mein Leben mit einem fröhlichen Musikalbum voller unterschiedlichen Stilrichtungen mit manch deutlich herauszuhörenden melancholischen Unterton.

1 Kommentar 9.10.19 02:43, kommentieren

"Inneres Ich"

In meinem Kopf geht’s derzeit chaotisch zu.
Das merke ich daran, dass ich Selbstgespräche mit mir führe. Bzw. antwortet mir mein Unterbewusstsein. Das hatte ich ewig nicht.
Das sehe ich als ein gutes Zeichen an, dass ich viel lebendiger und kreativer - wie in den vergangenen Jahren - bin.
Denn ich würde unverblümt behaupten, das war vor Oktober 2014 ein gemochter Dauerzustand in mir.
Das in sich hineinhören! Auf die eigene innere Stimme fest zu vertrauen.
Ist wohl nur ein erster Impuls, dass ich wieder auf dem richtigen Weg bin?
Ob wohl auch andere Zwiegespräche mit ihrem „inneren Ich“ führen?

Aufwachen ist neben dem Schlaf weiterhin ein bestimmendes Thema.
Ich schlafe mindestens sechs Stunden, meist deutlich mehr, mit einer Ausnahme, da hatte ich aber den nächsten Tag vom Alltag frei, halte ich das streng ein.

Es geht nicht nur mit dem Leben, sondern auch mit mir und gefühlsmäßig in mir vorwärts! – ENDLICH!!!

7.10.19 01:51, kommentieren

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