„Allerlei phantastischer Unsinn“

Vom Busbahnhof ist es nur ein kleines Stück Fußweg in das Geschäftsviertel.
Dort stehen mehrere Bäume in leicht versetzter Reihenfolge. Diese ließen ihre orange-gelb-roten Blätter zu hunderten – formvollendet - auf den gepflasterten Boden segeln. Ich sah diesem wunderschönen buntem Blätterregen, der durch den fliegenden Laubschleier an einen phantasievollen Wasserfall erinnerte, gebannt zu.  

Während meine Augen das fallende Blattwerk starr verfolgten, blieb mein Verstand bemerkenswert beweglich und suchte – wenn auch meist vergebens – nach Antworten auf Fragen, die in mir rotieren. Allerdings verlor sich mein Bewusstsein ausschließlich in allerlei phantastischen Unsinn.

Wie kommt es eigentlich, dass ich seit geraumer Zeit keine Lust empfinde mein Priv.- Liebesleben anzukurbeln? – „Einfach null Bock (zu Zeit)“!

Ich glaube, wenn ich nicht meinen durchgeplanten Alltag hätte, könnte ich mich Wochen- vielleicht sogar Monatelang Zuhause aufhalten, einfach nur meinen Lieblingsbeschäftigungen nachgehen.  ; Wäre das nicht herrlich?

Es würde mir nicht allzu schwerfallen, keinen Fuß vor die Haustür zu setzen.

Ich bin verdammt sicher, die ersten Wochen wollte ich ausschließlich nur gammeln. Mich von Fast Food und „Puddeling“ ernähren bis den gesunden Menschenverstand wiedereinsetzt.

Den Tag würde ich zur Nacht machen, die Nacht zum Tag. Solange ein Alltag dazwischenfunkt, ist natürlich dieses Szenario nur schwer zu bewerkstelligen
; Halleluja! – Das mein Alltag einigermaßen strukturiert ist. Somit dieses Gedankenspiel, wie auch alle ähnlichen, letztendlich ins Reich der Phantasie verbannt werden können.

Ich würde Filme und Sportübertragen anschauen bis meine Augen viereckig sind. Podcasts hören bis die Ohren (vom Kopfhörer) rund geworden sind.

Das einzige um was ich mich bemühen würde, wäre natürlich neben der Körperhygiene, eine Grundsauberkeit im Haushalt. Die brauch(t)e ich schon immer um mich wohlzufühlen.

Ich könnte meinen engsten Familienkreis und Freunde auf die Probe stellen, Kontakt zu mir zu halten oder für eine gewisse Zeit diesen einschlafen zu lassen; wer wäre im Anschluss - nach meiner Auszeit - noch auf meiner Kontaktliste vorhanden?

Alle Feste, Feiern und Geburtstage auszuklammern. Einfach für diese Lebensphase komplett aus dem Kalender streichen.

Ich würde diesen Lebensstil bis aufs äußerste Zelebrieren!

 

… bis ich eines Nachmittages voller Herzklopfen und Elan aufwache, mein jetziges, sicher nicht perfektes Leben - an dem unbedingt heftig an der ein oder anderen Stellschraube auch gedreht werden muss – wieder voller Begeisterung - und der Frage, was die Zukunft bringt??? – aufnähme


„Oh Entschuldigung, ich habe sie nicht gesehen“! - Reißt mich eine raue Männerstimme aus meinen phantastischen Gedankenszenario.
Der Mann hatte mich wohl im vorbei gehen angerempelt.
 „Kein Problem“. Erwidere ich sentimental.
Der Tagtraum-Vernichter ist bereits mindestens 100 Meter weiter, hat mich ganz sicher nicht mehr gehört.

Egal …

Ich bemerke, das ich lächele!
Bin gleichzeitig verwundert, erfreut und auch ein kleinwenig erschrocken über diese Gedankenflut, die mich die letzten drei Minuten durchströmte.
Ich versuche noch einmal die Magie der vergangenen Momente mit einem Blick zum Blätter-Wasserfall einzufangen, dies gelingt mir jedoch - vielleicht weil ich es zu sehr erzwingen will? - leider nicht mehr.

Dennoch …
kräftig kopfschüttelnd, aber frohen Herzens und mit dem breitesten Grinsen, ever, setzte ich meinen Weg fort.

1 Kommentar 17.10.18 21:15, kommentieren

"Von einer Zenternlast befreit"

"Werde ich (schon) alt?"

Noch vor einigen Wochen hatte ich null Probleme in mehreren Foren gleichzeitig zu schreiben.
Mich auch mal mit mehr wie einem User - des World Wide Webs - zu unterhalten.

In den letzten 48-Stunden kam es mir vor wie die Hölle!

Ich war überhaupt nicht fähig mich auf zwei oder mehrere Inhalte einzulassen.
Sogar den Kopfhörer riss ich mir von den Ohren. Da ich die Menge an Informationen nicht verarbeiten konnte.
Schließlich loggte ich mich - mit Ausnahme von einer Plattform - überall aus.
Obwohl mir der übrig gebliebene Chat durchaus Laune machte. Die Buchstaben zwischen meinen anonymen Gesprächspartnern und mir hin- und herflogen, beendete ich auch dort mein Mitwirken zeitnah.

Wie nur noch der Standard Bildschirm zu sehen war, verspürte ich tiefe Erleichterung.
Nachdem ich den PC heruntergefahren und die Verbindung - mit einem festen Druck auf den rot leuchtenden Schalter der Mehrfachsteckdose - endgültig gekappt hatte, entfuhr mir ein wohlwollender Seufzer. Es kam mir gestern Nacht vor als wäre ich - warum auch immer ??? - von einer Zentnerlast befreit.

Ich fühlte mich komplett ausgelaugt. So sehr, dass ich mich noch mit Alltagsklamotten aufs Bett warf.
Es kann nicht lange gedauert haben bis ich ausgesprochen zufrieden in den tiefsten traumlosesten (... wenn auch kurzen) Schlaf seit Ewigkeiten fiel.
  


13.10.18 19:40, kommentieren

"Mehr als nur drei Fragezeichen"

Am Morgen hatte ich erneut meine liebe Mühe aus dem warmen Bett ins Leben zu finden!

- Immerhin hab ich diesmal im Halbschlaf den Alarm nicht abgestellt. - Fortschritt!

Mittlerweile ist Mittagspause!
Ich sitze in der kleinen Parkanlage nahe der Fußgängerzone. Bei 20C° und nur wenigen Anlagen-Besuchern lässt es sich hier prima aushalten.

Auch meine getrübten Lebensgeister sind mittlerweile vollständig erwacht.

Ich muss unbedingt anfangen Dinge positiv zu verändern. Sonst mach ich mich auf Dauer kaputt.
Ich kann mich nur schwer erinnern, wenn ich das letzte Mal vor 3 Uhr - 4 Uhr nachts ins Bett gehuscht bin?

Morgens wache ich dann, dementsprechend verkatert auf. - Obwohl ich ja nicht den kleinsten Tropfen Alkohol oder sonst irgendwelche Substanzen anrühre.

Dennoch sind meine Knochen angespannt. Dazu ist der Kopf schwer wie Blei. Immer dann vom gnadenlosen Wunsch beseelt, doch noch ein, zwei Stündchen liegenzubleiben. - Was natürlich von einigen Ausnahmen abgesehen nicht möglich ist. Schließlich hab ich einen Alltag zu bestreiten.

Was ich nachts so treibe, wenn ich nicht friedvoll an meiner Matratze horche? 
Ich bearbeite Bilder. Schreibe Blogg oder mit Onlinefreunden, räume auf, sauge und putze. Recherchiere zu allen möglichen Themen.
Normalerweise hab ich dabei einen Podcast oder Hörbuch auf den Ohren.


Zur Zeit gerne auch mal ein Hörspiel aus der Hörspiel- Buchreihe: "Die 3 Fragezeichen". Die Faszination dieser Endlos-Reihe, die offenbar eine Menge von Menschen beschäftigt - mit der ich als Kind/Jugendlicher überhaupt nichts anfangen konnte - verstehe ich heutzutage mit jeder Folge und analysierenden Podcast besser.


Vielleicht könnte ich mein "Nicht-zu-Bett-gehen" erklären, wenn ich an Sorgen und Nöten  knabbern würde. ... aber dem ist glücklicherweise nicht so.

Zurück bleiben mehr als nur 3-Fragezeichen ???


11.10.18 19:45, kommentieren

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