"Neandertaler mit Gefühlsausbruch"!

Mir wurde von einer Freundin eine sinnige Frage gestellt: „Sind tränenreiche Gefühlsausbrüche ein reines Frauen-Phänomen? Kennst du das auch?“
Wie sie auf diese Frage kam, kann ich nur mutmaßen. Der Lieben Fragestellerin, wie auch ihrem Ehemann, geht es leider zu Zeit gesundheitlich nicht allzu gut. Sie ist momentan viel allein zu Haus.    

Antwort: Klares NEIN!!?!!
Ich möchte heutzutage, im Jahre 2018 nach Christus, nicht mehr daran glauben, wenn es denn überhaupt je so war, das tränenreiche Gefühlsausbrüche eine reine Frauensache sind!

Ich glaube, uns Männern wird (nicht unbedingt von den Eltern) besonders in der Jugend von Freunden und Co, das Weltbild vermittelt, das wir mit Tränen sparsam umzugehen haben!?
Besonders bei den älteren Generationen bemerke ich, das diese noch ein ganz anderes Liedchen davon singen könnten, wie ihnen eingebläut wurde: „Ein Mann weint nicht“!

Vielleicht entwickeln wir – Männer - uns hier manchmal zum Neandertaler zurück?
Nachdem Motto: „Du Frau, du schwach, du können weinen“! „Ich Mann, ich groß, stark, dich beschützen, ich niemals weinen“!

Bei mir persönlich verhält es sich so:
Es gibt Lebensmomente, Texte, Bilder und hier und da in stillen Lauschphasen einen Song der mich besonders mitnimmt. – Wo ich, ob ich will oder nicht, dann doch ein Tränchen verdrücke. Ob ich mich dabei Schäme? – Zu 99,9% nicht.

 

Gestern war ich erstmals in einer Mennoniten Kirche zu Gast. Um dort eine Taufe zu fotografieren.

Mennoniten sind eine ev. Freikirche. Die laut sämtlichen Überlieferungen auf die Täufer der Reformationszeit zurückgehen. Theologe Menno Simons (1496-1561) aus Friesland, ist wohl Namensgeber.


Die Mutter des Taufkindes ist halb Italienerin. Der Vater Deutscher. Die Oma, des Taufkindes, entpuppte sich als meine ehemalige Sportlehrerin. Ich weiß nicht, wer erschrockener über dieses unerwartete zusammentreffen war, Sie oder ich?
Einem kurzweiligen ökumenischen Gottesdienst folgte eine schöne Feier, bei strahlenden Sonnenschein im Hause der Eltern des Taufkindes.

Der Großvater besitzt in Italien eine Pizzeria. Dieser wollte unbedingt zu Ehren seiner Enkelin Pizzas backen.
Was Tochter und Schwiegersohn zuerst nicht besonders behagte. Hatten sie jedoch für die hungrige Feiermeute schon leckere Haxen, köstlichen Fleischkäse, viele leckere Salate angerichtet.               Schließlich setzten sich die starken Familienbande durch. Der Pizzabäcker durfte seine Pizzen backen.
Was zur Folge hatte, dass kaum sich noch jemand für die Haxen oder den Fleischkäse, geschweige denn für die Salate interessiert.
Dafür konnte man nun live im Außenbereich zuschauen wie Pizzateig durch die Luft flog. Dann gekonnt belegt wurde, zuerst im Ofen verschwand, dann als fertige Pizzen in den erwartungsvollen Mündern der Gäste.

 

Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheint nach einem Achtungserfolg gegen den Weltmeister Frankreich (0:0) und einem (2:1) Sieg gegen Peru wieder in der Spur.

Ich wünschte, ich könnte, dass auch von der Basketballnationalmannschaft behaupten. Diese jedoch konnte beim Basketball-Supercup in Deutschland nicht überzeugen.
Deutschlands Korbjäger belegten nach vielen Patzern nur den (so) enttäuschenden letzten Platz.

Die US Open zeigten großen Sport und eine auf Schiedsrichter Carlos Ramons schimpfende Serena Williams. Die den größten Triumph von Naomi Osaka (Serenas Finalgegnerin) überschattete.
Für Osaka ein doppelter Höhepunkt. Erster Grand Slam Erfolg und erster – generell – für eine Japanerin.

Die Herren machten es deutlich besser. Djokovic siegte bei den Herren gegen Del Potro. Das bemerkenswerte, Del Potro ist nach vielen Jahren mit Handgelenksproblemen endgültig wieder in der Tennisweltspitze zurück. - Das Match war toll. Die Siegerehrung mit den Interviews der Finalteilnehmer phantastisch. Djokovic erzählt über seine Pause, dankte Familie und Team. Del Potro hingegen, erklärte, er habe gegen sein Idol gespielt. Jemanden den er Titel gewinnen sehen möchte. – Was für eine sportliche und zutiefst menschliche Geste gegenüber seinen überlegenen Finalgegner.

 

 

Vor ungefähr acht Wochen habe ich ja ein Forum & Chat bezogen, in dem es herrlich normal zugeht. Genau das ist daran anders! – Ich mag die User und die Verantwortlichen dort besonders gerne.

Jedoch gibt es kleinere Anzeichen das der Chat aufgrund Zeit, Geld und Motivation vor dem Aus steht.
Ich beobachte diese Entwicklung kritisch, hoffe und bange, dass es vielleicht doch weitergeht!?!                      

Mit einem Auge sehe ich mich allerdings bereits vorsichtig nach einer Ausweichalternative um.

 

Ich husch jetzt sofort in mein Bett.
Der Montag klopft schon wieder - nach einem (wie immer) viel zu kurzen Wochenende – mit all seiner Härte an meine Tür. … und hat mich sicher in einigen Stunden bereits wieder voll in seinem erbarmungslosen Würgegriff.

 

Magische Grüße!
 

10.9.18 03:25

Letzte Einträge: „Kaffeeautomaten-Surfen“, „Dallerei vor Weihnachten“, „Von der schwebenden Putzfee die Whittacker Songs singt“, "Maradonas Hits", „Brynners rauchfreier Dekorations-Freitag“, „Motiviert in die Adventzeit“

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(10.9.18 07:11)
merry-n
Das ist wieder einmal kurzweilig und charmant erzählt!
Die Geschichte über die Mennonitentaufe hat mich besonders fasziniert. Es ist schon interessant, was du alles durch dein Hobby Fotografieren erlebst.
Liebe Grüße!


Blümchen (10.10.18 21:32)
Hallo magischer Schreiberling …
Es ist schön zu lesen, dass du auch die Worte von anderen in deinem Blog weiterlebst...
Das du sie lebst, fühlst , schreibst und dadurch am Leben hältst …
Ich bin heute das erste mal auf deinem Blog aber sicherlich nicht das letzte mal …
Ich freue mich schon sehr auf viele weitere magische Zeilen von dir...
Ganz liebe Grüße und wir lesen uns zwischen den Zeilen …
K.

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