„Über hässliche Denkweisen & geordnete Gedanken“

Ich kam am Montagabend ausgesprochen müde vielleicht sogar etwas angeschlagen vom Alltag und Hobbysport nachhause. Dementsprechend waren auch meine Gedanken, Empfindungen und Launen recht düstere.

Ich zog mir, da ich momentan auf den kleinsten Windhauch – selbst bei 10C° plus – schon ziemlich empfindlich reagiere die Mütze schlapp daheim vom Kopf.
Blickte dabei, eher ausversehen als gewollt in den Spiegel, der neben der Garderobe im Eingangsbereich befestigt ist.
Wie ich meinem Antlitz entgegensah, verharrte ich einige langatmige Sekunden völlig stumm vor dem Reflektor.
Was ich da sah gefiel mir – zugegeben – überhaupt nicht!
Vielleicht weil ich schon den gesamten Tag über das ungewohnte Gefühl hatte, ich trage eine unsichtbare Belastung mit mir herum?
 
 
Die Haare standen wild vom Schweiß durchtränkt nach allen Seiten ab. Immer mal wieder ein graues Haar das mir nicht gefallen mochte.
Normalerweise würden mich graue Haare nicht die Bohne kratzen.
Die Augen leblos.  
Das Gesicht verknautscht wie bei einer Comicfigur die gerade kräftig durch den Fleischwolf gedreht wurde. Wahrscheinlich deshalb, weil ich mal wieder im Bus statt zu lesen geschlafen hatte. Dabei wollte ich doch nicht mehr die Augen im Bus oder Zug (oder sonst wo) zuzumachen.
Einen bisschen anderen Lebenswandel was das zu Bettgehen betrifft einschlagen. – Pfeifendeckel!!!

Dazu war mir innerlich kalt zumute. Ich war mürrisch und unzufrieden. Im Kopf Szenarios, das ich ab jetzt alles bleiben lasse. Einfach alles! – Keine Lust, kein bock mehr!!!
Außer auf den Alltag. Weil Rechnungen wollen auch bezahlt werden, selbst wenn der Herr mürrisch ist.

Ich glaub ich habe in meinem Gesamten Leben noch nie so oft innerhalb weniger Minuten „Arschloch“ gedacht. – Im nach hinein vermag ich nicht zu sagen, ob ich die Welt um mich herum, oder und das ist viel wahrscheinlicher mich selbst meinte? – (Vielleicht auch von allem ein bisschen?)

 

Keine Vorstandsarbeit mehr, kein (geliebter) Hobbysport mehr. Somit keine Extra-Aufgaben mehr. Auch einige Leute, die sich eh nie melden einfach streichen. Endlich was gegen diese Geburtstagsflut tun. Geburtstage an denen man teilnimmt, jedoch vom Gastgeber komplett ignoriert wird.
99% meiner Accounts in der Onlinewelt kann ich eh löschen. Was soll ich damit? Manchmal ist vielleicht weniger Internet? Eben doch mehr Internet?
Mein Wochenende gehören Endlich auch wieder mir alleine. - Egoistische Gedanken die in meinem Kopf wie eine zukunftsweisende Melodie klangen. Einfach mal der kompletten Welt zu schreien … „, dass sie mich (mit wenigen Ausnahmen) kräftig am A _ _ _  h lecken kann!


Nur ohne diese Dinge, wäre ich nicht ich!??! – Ich fürchte, wenn ich erstmal anfangen würde nur noch auf der Wohnzimmercouch zu gammeln - was ab und an das Herrlichste auf der gesamten Welt ist – würde ich (vielleicht???) gar nicht mehr von der Couch hochkommen? Ich würde mich wohl zu einer Art menschlichen Garfield entwickeln, der sich nur noch vor dem Fernsehgerät oder Computer mit Nudelgerichten und Pizza vollstopft.

Eine sehr ausführliche heiße Dusche später und mit einigermaßen geordneten Gedanken vorm PC …

Total verunsichert (über sich selbst) wie man sich von einem müden Tag mit hässlichen Denkweisen erschrecken lassen kann.


Da ist der Kopf & das Herz völlig sinnlos schwer, man ist bereit so vieles was einem prägt und liebt glatt für die eigene innere Befriedigung und einige selbstgerechte gedankliche Eingebungen einzutauschen, nur weil einem die Gefühle entglitten sind?

Verwunderlich wie die einfachsten Dinge, wie eine heiße Dusche und etwas Ruhe einem helfen könne sich wieder einzukriegen. Die Sicht auf die Welt und sich Gefühlsmäßig neu zu ordnen.

Zufällig habe ich heute den Song:
Seite an Seite von Christina Stürmer gehört. Darin heißt es, das find ich einen äußerst passenden Abschluss für diesen Blog:

"Es ist nicht immer einfach zu verzeihen
Doch das Größte, dass wir können
Ist Mensch zu sein"!

11.12.18 23:27

Letzte Einträge: "Ich packe meinen Koffer. ... und will jetzt schon wieder nach Hause"!, "Von Sommerlöchern, Heihunger auf Knoppers und einem 90er Podcast", "Gute Nachrichten & Audiodeskription", "Unbezwingbar"

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Katja (13.12.18 12:28)
Manchmal braucht man einfach nur mal ein lieben Drücker und die Welt wird wieder bissl schöner....
Also...
Lass dich mal lieb drücken....
Wir lesen uns zwischen den Zeilen mein lieber...
K.

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