"7. bis 9. Mai, Augen auf & voll dabei"

Dienstag, 7. Mai 2019:
Wohlgemerkt mit den Augen verfolge ich intensiv alles was mir möglich ist!
Neben Alltag, besonders wie es meiner Familie, Bekannten und Freunden geht? – Gottseidank, meist Gut!
Mails, Trainingspläne, Sportergebnisse und „viel anderen Blödsinn“.
Mit dem Geist, Herz und Gedanken bin ich leider zu Zeit nicht immer voll dabei. Vieles nehme ich abgestumpfter wahr, wie ich es tun sollte und wie es die Menschen in meiner Umgebung verdient hätten.  
Ich bin innerlich wohl gerade etwas gefühlsstarr.
Bearbeite wie ein Roboter Bilder. Wobei das Roboterhaft nicht mal so schlecht ist, dermaßen schnell habe ich selten meine Fotoaufträge abgearbeitet. Außerdem höre ich nach wie vor Podcasts. An den liebsten derzeit einfachsten Geschichten aus dem Leben und Ordnungsratgeber.
Wobei ich mich immer wundere, dass es doch relativ viele Menschen gibt, die mit dem Begriff: „Podcast“ nichts anfangen können. Dabei vergesse ich viel zu oft, dass es bei mir bis vor einigen Jahren nicht anders war.


Mittwoch, 8. Mai 2019:
Freihaben zur Wochenmitte, es gibt kaum etwas Besseres. Den Alltag mal für einen funkelnden Augenblick gekonnt zur Seite schieben.

Ich war - was selten vorkommt - im Einkaufsfieber. Nicht nur wegen des anstehenden Muttertages.
Da es mich nicht allzu lange im Bett hielt, war ich schon kurz nach 9 Uhr in
meiner Lieblingsstadt.
Der Regen trieb mich sofort in die Wormser Einkaufspassage.
Die nicht belebt wirkte. Hier und da ein Mitarbeiter, der mich kritisch beäugte.
Ab und an eine weitere verlorene Seele, die durch die Gänge, der dort beheimateten aber noch geschlossenen Geschäften, des Einkaufszentrum schlich.
Plötzlich ging ein „Hallo wach“ durch die Kaiserpassage.
Aus allen Richtungen erklingt minimal zeitversetzt ein erwartungsvolles Klickgeräusch.
In dem ein oder anderen Laden wurde der Staubwedel wie Staubsauger hervorgeholt. Das war definitiv nicht die Putzfrau die hier den letzten Feinschliff verpasste.  
Die Einkaufsstätte roch nach einer Mischung aus Haarspray und Schminke, Schokolade, Kaugummi, Backwaren, Luftpolsterfolie und vielen weiteren undefinierbare Gerüchen.
Die noch fast leeren Geschäfte und Gänge vermittelten eine Art erwartungsfrohe Aufbruchsstimmung.   
Arbeiter bauten zur Belustigung der Kunden einen Fotoapparat in einen der langen Gänge auf.

Ich selbst rieche (Gefühlsmäßig) übrigens ein bisschen nach verschwitzen Hund, da ich vom Busbahnhof – vor dem Regen - in die Kaiserpassage flüchtete. Da versagt offensichtlich selbst das Beste Deodorant.

Die Anzahl an Menschen in der Kaiserpassage nahm nun spürbar zu.
Ich hatte mich auf eine der Sitzbänke niedergelassen. Freute mich einfach mit, wenn sich Freunde wie Pärchen anlächelten, herzlich verabschiedeten und nach einer wohlwollenden Geste auseinandergingen.
Meist fielen die vielsagenden Worte: „Ich lieb dich“! Worauf Person B ausschließlich antwortete: „Ich dich auch“. Oder die Hoffnungsvolle Aussage: „Bis später“! wurde ungefähr genauso oft getätigt.

Ich beschließe nun Endlich kein Angsthase mehr zu sein und mich dem Regen zu stellen.
Vorher noch schnell ein Energiedrink besorgt. Das ich auch ja die benötigte Power habe.
Dann stapfe ich tapfer - zuerst innerhalb der Kaiserpassage, dann außerhalb - von einem Laden zum nächsten. Begutachte die Auslagen und stöbere dann im Geschäftssortiment ausführlich herum.


In meiner Lieblingsbuchhandlung versacke ich für weit über zwei Stunden. Eigentlich wollte ich eines der dort zu findenden Leseexemplare kaufen, aber die Bücher wollen heute nicht mit mir reden, woraufhin ich auch keines mitnehme. – Beschließe jedoch für mich, demnächst mir mal ein lustiges Taschenbuch vorzuknöpfen.

Am späteren Nachmittag lauf ich innerhalb einer Viertelstunde mehreren Bekannten über den Weg.
Der erste empfiehlt mir einen leckeren Griechen, bei dem man bestens speisen kann.
Der zweite erinnert mich an anstehende Vorstandstermine.
Mit der dritten tausche ich Erinnerungen über gemeinsame Sportaktivitäten aus.
Beim Verabschieden schauen wir uns freundlich in die Augen, wie sie eine völlig andere Richtung einschlug, ich ihr zusätzlich „auf ihren Verstand“.

Bei meinen Eltern lassen Vater und ich nochmal die unglaubliche Liverpooler Aufholjagd gegen Barcelona in der Fußball Champions League Revue passieren.

Zuhause komme ich gegen 19 Uhr 20 an. Wie am Vortag, nur diesmal vom Einkaufen und nicht vom Alltag.
Ich schau kurz bei (m)einer Onlinecommunity vorbei, danach beschließe ich, heiß zu duschen und 150 Bilder mindestens noch zu bearbeiten.
Das mit dem duschen klappt hervorragend, das bearbeiten der Bilder weniger, ich schlafe umgehend ein.
Gegen 4 Uhr in der Früh erwache ich in meinem Schreitischsessel.


Donnerstag, 9. Mai 2019:
Das Wetter ähnelte exakt dem vom Vortag.

Ich war mit dem Foto für die Kirche eines Nachbarortes unterwegs.
Hatte dabei einen motz Spaß.
Dabei traf ich unter anderen auf einen ehemaligen Klassenkameraden den ich – wie die meisten anderen auch – völlig aus den Augen verlorene hatte.
Der frühere Mitschüler ist mittlerweile Vater von mehreren Kindern. Sichtlich stolz stellt er mir seine Ehefrau vor.
Es gibt tatsächlich Kirchenvorsteher, Frauen, Männer und Pfarrer, die den Fotografen nicht nur bestellen, sondern auch ermuntern und unterstützen. - Hierfür Herzlichsten Dank!

 … bei Kirchen-Veranstaltungen ist das beileibe nicht immer so. Erfahrungen aus der eigenen Kirchengemeinde lassen grüßen!

Eltern haben sich einen neuen Rasenmäher zugelegt.
Der andere wurde nach fast 20 Jahren nun in die verdiente Rente geschickt. Das erfuhr ich relativ zeitnah; weil ich auch weiterhin zu Gast bei meinen bin; während wir Frankfurt gegen Chelsea im TV anschauten. Dabei gewohnt, zwischen ernstem Gespräch und Albernheiten hin und her schwankten. Leider verloren hier die tapferen Frankfurter nach Elfmeterschießen.

Apropos Familie und Ehefrau … hm vielleicht denke ich darüber doch noch mal intensiver nach!?! … Der Gedanke drängt sich in letzter Zeit ungewöhnlich häufig in mir auf.

10.5.19 02:28

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