Ein verflucht Emotionsloser Geburtstag

5 Uhr 3 auf der Uhr. Eigentlich sollte ich seit Stunden schlafen.
Stattdessen philosophiere ich darüber: Warum ich komplett Emotionslos - in diesem Jahr - meinen Geburtstag hinnahm?
Mehr noch, wieso ich keinen Fluchbrecher gegen diese Gefühlskälte fand?

So wenig habe ich noch nie an (m)einem Geburtstag gefühlt.
Ich habe mich über die zahlreichen Glück- und Besten Wünsche natürlich sehr gefreut. -Vielen Dank hierfür an alle aus dem „real Life“ & der liebgewonnenen Onlinewelt!
Dennoch hatte es nichts mit dem vertrauten Lebensgefühl zu tun, das mich normalerweise speziell an diesem Tage überkommt.

Ob es daran lag, dass ich schon im Vorfeld die gewohnte Feier mit Verwandtschaft und Co cancelte?
Ich verzichtete, da ich an diesem Tag eine Übungsstunde abhalten mochte.
Ich halte es nicht für besonders klug, noch für sonderlich charmant, die geladenen Gäste mehrere Stunden sich selbst zu überlassen.

Natürlich kam ich dennoch nicht um das Kuchenessen mit den engsten Familien herum.
Das hätten meine geliebten Eltern nie zugelassen, in diesem Fall spielt Alter keine Rolle.
Um dem zu entgehen hätte ich schon in die Arktis auswandern müssen, aber wer will das schon?

Der Kuchen war echt lecker. Die Atmosphäre entspannt.
Hätte der Kuchen nicht auf dem Tisch gestanden, ich hätte nicht gemerkt, dass mein Jubeltag war. Der Tag fühlte sich innerlich unglaublich grau an. Selbst meine Gedanken, die ansonsten sehr mitteilungsdürftig sind, hatten es die Sprache verschlagen.
Ich war ein recht stummes, undankbares „Geburtstagskind“.
Alleine meine Eltern hätten einen lustig schnatternden Sohn verdient, der sichtbar dankbar für die Ausrichtung der Kuchentafel ist. Sich deutlich mehr um eine gelungene Konversation bemüht.

Abends saß ich vorm Computer. Der Deckenventilator lief auf Hochtouren. Ich versuchte künstlich etwas Feierstimmung zu erzeugen.
Telefonierte, schob einen Film in den DVD-Player ein (und brach vorzeitig wieder ab), hörte Musik, lauschte Podcasts und trank Literweise zuckerfreies Cola und aß Schokolade.
Jedoch weiterhin völlig ohne Geburtstags-Gefühlsregung.

Gegen 3 Uhr fand ich erschöpft ins Bett, schlummerte rasch ein.

„Nicht, was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus“. – Marie von Ebner-Eschenbach

Der Fluch der Gefühlskälte ist mittlerweile gebrochen.
Meine Gefühlswelt habe ich wieder, umso Bedauerlicher, dass sie mich gerade am Wiegefeste im Stich ließ.



30.7.19 04:55

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