„Ein Stückchen Einfluss auf mein Leben“

Ich habe Brilliant geschlafen. Ich könnte noch locker über eine Stunde schlafen. Aber ich bin hellwach. Gleich nachdem ich hier einige Zeilen getippt habe, werde ich mir eine dusche gönnen und dann gemütlich Schokoladenhörnchen und Weintrauben Frühstücken.


Auch die vergangenen Tage war eine kleine Erfolgsgeschichte in Sachen Nachtruhe. Es geht (langsam) voran.


Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen einer Eheschließung und die - am Tag darauf folgende - Hochzeitsparty. Bereits vor Monaten hatte mich das Brautpaar für den vermeidlich schönsten Tag ihres Lebens als Fotograf gebucht.

Die Standesamtliche Eheschließung verlief soweit Normal ab.
Herzlich, eine gerührte Braut, eine Liebende Familie und Freunde, ein Weltklasse Standesbeamter. Der die Punktgenaue Wortmischung aus Witz, Feingefühl und Romantik traf.

Im Gegensatz zu der Hochzeitsparty. An die Gäste und Bräutigam in Badeschlappen, Shorts und Sommerkleidchen teilnahmen.
Braut und Bräutigam hatten ausreichend Kapazitäten für die Party zur Verfügung. Das Hochzeitspaar feierten deshalb Zuhause in ihren Festräumlichkeiten.  

Nur die Braut liebte ihr hübsches Kleid so sehr, ebenso die verschwenderisch gestaltete silberne Spange, dass sie bei über 30 C auf lockerste Kleidung gerne verzichtete.
Wer würde es der Gefährtin verweigern, sich an ihrem großen Tag besonders zur Schau zu stellen?
  
Statt leckeren Buffet gab es nicht minder appetitliche Frikadellen, Ananas in Speck, Bratwürste, Currywürste – und Sauce und Pommes Frites in Mengen. Das war Essenstechnisch mal etwas völlig anderes für einen solchen Anlass.
Für Beschallung sorgte ein DJ, der mit Musik aus den 60ern bis heute (Schlager, Rock- und Popmusik) für zusätzlich gute Stimmung sorgte.
Ich habe diese verrauchte lockere Atmosphäre gemocht. Noch viel mehr die Menschen.  

Mich beeindruckten die Bekenntnisse des Bräutigams vor seiner Gäste Scharr enorm; für den dies übrigens bereits die zweite Eheschließung war. Der Ehemann sprach eindringlich über Fehler aus der Vergangenheit.
Dass er sich selbst mit einer Erfahrung aus 40 Lebensjahren keineswegs Erwachsen gefühlt hätte.
Was ihm sein Herr Papa auch stets mit Recht – wie er im Nachhinein zugeben – müsse, vorgehalten habe.

Jeder – der Anwesenden - wisse was für ein Mist er früher angestellt habe.
(… naja, jeder der Anwesenden Personen bis auf mich)
Nun sei dies aber vergessen, er könne endlich voller Vorfreude in die Zukunft blicken. Nicht zuletzt dank seiner Neu-Ehefrau und lieben Familie fiele ihm dies nun leicht.  Ein anerkennendes schniefen ging durch die Hochzeitsgesellschaft.

 

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich nur noch Fotografen-Aufträge annehme um des Fotografierens Willens oder vielmehr um genau solchen Ereignissen, Bekenntnissen und Geständnissen beizuwohnen?
Nicht weil ich Sensationsgeil bin (oder zumindest nicht mehr wie andere auch!?!), sondern weil ich immer neugieriger auf Menschen werde, mehr und mehr Anteil nehme an ihren Schicksalen und Glück und sie meist gerne mag.
Scheinbar momentan wirklich jeder Mensch der mir begegnet ein Stückchen Einfluss auf mein Leben nimmt.

2.9.19 04:57

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