„Unter der Oberfläche“

Bin mental doch nicht annähernd so stark wie ich das gerne wäre.
Ich schrieb über Comics und heute fühlte ich mich wie eine Figur aus jenen bunten Heftchen. Allerdings mehr im Genre Drama beheimatet wie in der Sparte Comedy.

Die Unsicherheit hatte mich seit dem Aufstehen fest im Griff.
Wo Sie herkam, ich weiß es nicht, ich will es jetzt – während ich an der Tastatur und vor dem Bildschirm sitze und schreibe – nicht mehr wissen?


Deshalb habe ich mir heute Morgen aus egoistischer Selbstverliebtheit ein paar Lobesworte in der Kommentarfunktion abgeholt. – Die Seele streicheln lassen. Ich habe das dringend gebraucht.
Das heißt, erstmal hoffte ich, dass der Letzte Blogg einigermaßen wohlwollend aufgenommen wurde?
Weil manchmal bekomme ich im Kommentarbereich für meine Blogeinträge verdient eine auf die Nuss.
Der letztmögliche wurde zu meiner Freude wohlwollend aufgenommen.
Oftmals stelle ich mit ein wenig Bedauern fest, dass die Kommentare, sofern ich welche erhalten, die weitaus besseren Blogeinträgen zu meinen Themen wären.
Tja, wer Blogs schreibt und veröffentlicht, ob er will oder nicht, muss auch andere Meinungen zählen lassen? … oder schaltet frech die Kommentierung und Private Nachrichtenfunktion ab.

Ich fühlte mich im Alltag nicht wohl. Nicht in den Geschäften.
Das mir die zuletzt fotografierte Braut mit ihrer Stieftochter – die unübersehbar am shoppen waren – begegneten, passte mir überhaupt nicht in den Kram. Ich möchte nicht wissen, was sie im Nachhinein dachte? – Ich habe sie äußerst uncharmant, richtiggehend blöde abgewimmelt. Wenn ich ihr die Bilder demnächst aushändige werde ich mich wohl bei ihr für die Unhöflichkeit Entschuldigen oder schweige es heldenhaft tot?
Auch im Bus trotz Buch in der Hand war keine Sicherheit in mir.
Nicht einmal in meiner geliebten Trainingsstätte war ich 100% bei der Sache und schon gar nicht bei mir. Selbst beim Fußball hatte ich mehr damit zu tun in mich hineinzuhören, wie mit den Geschehnissen auf dem Bildschirm.

Ein inneres, unerklärliches Zittern, eine innere Wachheit und innere (erfundene?) Furcht wie ich sie vielleicht vorher nie erlebt habe?
Wie man spürt, dass man im nächsten Moment überfahren wird!
Ich glaube, bin sicher, dass muss man einfach selbst gefühlt haben?
Kann man das als Freund oder als Fremder nachvollziehen?

Ich kannte bisher viele Empfindungen:
Lustig, nachdenklich, traurig, ärger, ekel, mitfühlend, lächelnd, verliebt, sauer, böse, überdreht, ängstlich, ergriffen, überrascht usw.

Inneres unerklärliches Zittern ist (bei mir) Neu im Sortiment!

 

Ich stelle gerade fest, es war anfangs des Blogs schwer gelogen, ich will doch wissen, wo meine Unsicherheit, mein inneres Zittern herkommt?
Ich dachte wirklich, ich kenne mich gut – aber offenbar habe ich bisher nur leicht an der Oberfläche gekratzt?


Ich will den Blogg nicht so fahrig enden lassen.
Nein dafür fühle ich mich doch schon wieder zu gut.
Ich habe heute frei und doch nicht frei, es geht zum Herbstputz meiner Eltern, wo ich mich u.a. mit dem aussaugen des Innenlebens der Heizungen auseinandersetzen darf.
Außerdem herausgefunden, dass ich unglaublich gerne „die Mietze Katz“ mag, Frontfrau der Band „Mia“.
Mit der Musik habe ich mich noch nicht wirklich auseinandergesetzt, aber wie Mietze spricht, mit Begeisterung, viel Humor, klug und offenbar auch mit einer Menge Herz, das macht beim Zuhören schlichtweg Freude.

 

10.9.19 03:29

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