"Gesprächts-Klima-Wandel"

Wenn ich durch die Stadt laufe, meinen Heimatort durchquere, auf Wettkämpfen unterwegs bin oder an sonstigen Veranstaltungen teilnehme,  lässt es sich nicht immer vermeiden, dass ich auch den ein oder anderen Gesprächsfetzen (unfreiwillig) aufschnappe.

Wenn man nicht unbedingt unter den Menschen weilt, die man von Herzen mag; so scheint es mir; spricht man durchaus mit einer härteren Wortwahl miteinander? … was nicht immer Unfreundlich bedeuten muss.

Mir wurde früher stets gesagt: „Der Ton macht die Musik“!


Es gefällt mir nicht. „Wenn man Leute begrüßt mit: „Na du Arsch?“ – Hosenscheißer wie geht’s dir? … wer denkt, ich meine jetzt die unvollkommene Jugend, liegt nur bedingt richtig.
Genau das habe ich so Ohrhaftig von vermeidlichen Erwachsenen vernommen.

Ich höre, solch einen Umgang auch im Alltag, wenn vielleicht auch nicht ganz so banal. Im Bus, auf der Straße, im Supermarkt, in Lokalen überall.


Im Teenageralter verstehe ich eine unsichere Wortwahl ja noch einigermaßen.
Da lotet man sich selbst und seine Grenzen aus, jeder ob Mädels oder Jungs versuchen (manchmal zu krampfhaft) cool zu werden und zu sein. Man verwendet jede bietende Möglichkeit um angesagte Modewörter zu verwenden.
Zumindest versucht haben wir´s, die heutigen 40jährigen.
Manche früher mit mehr, manche mit weniger Erfolg?
Ich selbst, war da irgendwo in der verschwindenden Menge. Das heißt eigentlich auch nicht.
Denn ausgehen, die Leidenschaft, die heute oftmals umso ausgeprägter ist, das Gespräch zu suchen, um Menschen kennenzulernen, auf Sie Neugierig zu sein entwickelte sich erst später.

Wobei nicht ausgeschlossen ist, dass selbst in diesen Tagen, ich je nach Gefühl durchaus einmal in Schüchternheit versinken.
Normalerweise versuche ich ausführlich meinen Gegenüber zu ergründen, wobei es passieren kann, dass ich dabei eine Frage nach der andere - wie ein Maschinengewehr - raushaue.
Fragen stellen kann ich wohl recht gut? Denn öfters bekomme ich mit einem Lächeln zu hören: „Das hat mich noch nie jemand gefragt?“

Ich versuche allen mit der Höflichkeit und Respekt zu begegnen.
Aber schaffe ich das?
Mein Ton ist Familie und Freunden anders gegenüber, wie Fremden? – Ich glaube leider ja!
Mir fällt das besonders auf, wenn ich gestresst bin.
Da nimmt auch Mal der Härtegrad in meiner Stimme unabsichtlich zu.
Ich würde wetten, dass ich versuche meinen Freunden, Familien und Bekanntenkreis gegenüber mehr Zusammenzureißen wie gegenüber Fremden.
Woran das liegt? – Weil man sie liebt? Weil man ihnen vertraut?


Ist unsere Gesellschaft Gesprächs- und Gefühlskälter wie noch vor einigen Jahren? – Ich höre oft „die Alten“ sagen: „So wäre man früher nicht miteinander umgegangen“! – Stimmt das? – Oder ist das nur eine Schutzbehauptung dieser Generation, nachdem Motto: „Früher war einfach alles besser“!

 Ich habe das Glück, das ich Online in 2 Chats verkehren darf, die durch Moderatoren geschützt werden. Geflohen bin ich vor einigen Jahren mit meinen Freunden Kasumi und Stat1 aus einem Online-Gesprächs-Portal, wo viele verbal Amok liefen.

 
Ein anderer User schrieb mir, wie ich fragte, ob der Umgang heutzutage rauer geworden ist? Daraufhin wörtlich: „Fakt ist eins, seit der Wende, ist hier vieles unpersönlicher, unfreundlicher und feindseliger geworden“

Sind wir wirklich Gefühls- und dadurch heutzutage Gesprächskälter?  Gehen wir heute wirklich anders miteinander um wie zu früheren Zeiten?
Respekt, Achtung sind das, nur noch, nicht mehr wahrgenommene Aushängeschilder für ein gutes Benehmen? Oder wird insgesamt danach gestrebt und gelebt?

 
Ich bin gespannt ob ich meine Gedanken total Umsetzen kann, es wirklich demnächst schon sehr viel besser mache?

Bei mir kann ich diesem Gesprächs-Klima-Wandel, sofern ich mir Mühe gebe, sicher Einhalt gebieten. Bei anderen, ob man die zum Umdenken bewegen kann? … genau aber wie der echte Klimawandel braucht das wohl Zeit?!

 



15.9.19 00:46

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