"Familiäres Abseits"

Graublauer Himmel, Nieselregen.
Ich, zog währenddessen – nachdem Alltag- frierend durch die Wormser Innenstadt.
Das bei 10 C° Plustemperaturen. Das frieren werde ich wohl überhaupt nicht mehr in diesen Herbsttagen los?

Ich war auf dem Weg zum Kiosk schräg gegenüber der Carmeliter-Apotheke. Liegen doch dort ab und an, in der Auslage, preiswerte Bücher aus. Die mir bereits ins Auge stachen, jedoch ich nicht bereit war den vollen Kaufpreis zu bezahlen. So auch der „Glasmurmelsammler“ von Cecilia Ahern, ein Taschenbuch das ich schon vor Tagen im Vorbeigehen erspähte.

Ich traf auf die Ehefrau S. eines meiner Beiden Lieblingscousins.
Die übers gesamte Gesicht strahlte, dass sie heute ausnahmsweise Zeit zum Shoppen hätte.

Sogar die Erkältung, die S. seit Wochen plagt, inklusive hartnäckigen Schnupfens, wegen dem sie Kortison einnehmen muss, schienen durch die Rah gesäten freien Stunden vergessen.
Wenn auch nur geringfügig für sich, sondern mehr in den Diensten der Familie.

S. und ich wanderten gemeinsam durch mehrere Geschäfte.
Warum? – Ich weiß nicht, wie das genau zustande kam. Ob sie mich aufforderte oder ich mich ihr ungefragt anschloss?  
Zu meiner Verwunderung kamen wir schnell ins plauschen.
Ich kenne S. seit mehr als einem Jahrzehnt. Doch beschränkten sich unsere Gespräche - meist pro aufeinandertreffen - auf wenige freundliche austauschbare Sätze.

Heute jedoch sprachen S. und ich über die unterschiedlichsten Themen:  
Gutes Schuhwerk, Familie, wie es ist mit 2-kleinen Kindern einzukaufen und welche Tücken und unwägbaren Situationen das mit sich bringt.

Identifikation mit dem Sport, dass man den Nachwuchs im Sport fördern sollte.
Sie selbst trainiert eine mehrköpfige Tanzgruppe und fiebert den 2020 anstehenden Auftritten hörbar entgegen.
S. Schwärmte von einem netten Kinobesuch des neuen Disney Eisköniginnen Films. Noch ohne die Kinder, diese seien für das Kinoerlebnis dann doch noch ein Stück zu klein.

Was mir gut gefällt, dass S. doch schon sehr selbstbewusst ist, sich nicht so leicht verunsichern lässt. Ein Charakterzug den ich generell an Frauen toll finde.

Es war nett, nebeneinander herzulaufen, Waren anzuschauen und für unser bisheriges Verhältnis unverblümt zu schnattern.
Es sieht so aus, wie S. und ich können durchaus ein Redefluss miteinander finden, der warum auch immer, sich bis heute so gar nicht zwischen uns einstellen mochte?
Insgesamt schreit dieses neu gefundene zutrauen nach baldiger Wiederholung.

Die Moral aus der Geschichte.
Selbst innerhalb der Familie ist man vor Überraschungen nicht gefeit. S. die ich bisher unterbewusst ins Familiäre Abseits gestellt habe, werde ich zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken. Nicht nur ihr!
Ich werde versuchen ihr zu vermitteln, was meine Eltern schon immer per exe Lance vorleben, dass sie dazugehört und willkommen ist.

* Heftig gegen den Kopf Klatsch, wie lange das Mal wieder gedauert hat, bis ich das kapiert habe*


Apropos Geschichte. Da ich ein Blitzmerker bin und nur ungefähr 10 Jahre brauchte, um zu merken, dass Familie auch angeheiratete miteinschließen kann, sofern diese das auch möchten, habe ich mir tatsächlich noch das Buch mit Titel: „Glasmurmelsammler“ gegönnt.

28.11.19 05:06

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