„Mädchenfilme geschaut!“ … und nicht aufs Skateboard getraut!“

Ostern 2020 geschafft!
Nehme ich die Nachrichten aus, die in den letzten Tagen nur eine untergeordnete Rolle für mich spielten, war Covid19 kaum ein Feiertagsthema. – Gott-sei-dank!

Mit einer Ausnahme.
Ich schrieb Online mit einer Bekannten, die als Pflegekraft arbeitet. Sie schilderte gefühlsbetont, wie schwer es älteren Menschen fällt - gerade jetzt zu Ostern - auf ihr gewohntes Familienumfeld zu verzichten. Das etliche Heimbewohner, verständlicherweise, mehr als nur ein Tränchen aus diesem Grunde verdrückten.
Dennoch, ohne das aufmerksam machen, hätte ich garantiert nicht einen einzigen Gedanken an diese Menschen verschwendet.


„Mädchenfilme!“
Gibt es ein scheußlicheres Wort? - Eine Freundin von mir verwendet diesen Ausdruck immer mal wieder. Wenn auch meist um mich kameradschaftlich zu necken, weil ihr meine Abneigung gegen diesen absonderlichen Begriff bewusst ist.
Sie bezeichnet mit der Formulierung Mädchenfilme, alle Filme, wo im Vorhinein feststeht, das Gefühl und Beziehung im Vordergrund der Handlung steht.
Ich bin der Meinung, es gibt nur: „Gefällt mir“ oder eben „Gefällt mir nicht“.
Meine Person würde sich im Nachhinein in den Hintern treten, hätte Sie denn ein oder anderen „sogenannten Mädchenfilm“ nicht gesehen.

Vielleicht bin ich da so völlig aus der männlichen Art geschlagen?
Ab und zu brauche ich was ruhigeres, vorausschaubares für Herz, das auch sicherlich in Zukunft.

Trotzdem werde ich die Freundin bestimmt nicht bitten, diesen Begriff aus ihrem Sprachgebrauch auszumerzen. Ergeben sich doch daraus immer mal wieder herrliche Dialoge über die wir – so glaube ich – schmunzeln können?


Mir fiel gerade eine Ostererinnerung aus meiner Kindheit ein.
Ich muss elf oder 12 Jahre gewesen sein. Ich hatte die Chance mir ein Skateboard oder ein Videospiel zu Ostern zu wünschen.
Obwohl ich innerlich total für das Videospiel brannte, entschied ich mich für das Rollbrett mit Rädern.
Warum? – Einfach nur, weil gefühlt alle meiner Freunde und Altersgenossen Skateboard fuhren.
Ich habe das Skateboard keine 3x ausprobiert. Dem Videospiel, das mir vermutlich mehr Freude gemacht hätte, stark nachgetrauert.
Ich könnte mir durchaus sehr gut vorstellen, dass, das Skateboard noch völlig intakt auf dem Speicher meiner Eltern steht und bis zum heutigen Tage auf jemanden wartet, der es mehr zu schätzen weiß?

Das war prägsam für mich.
Ich glaube, das hat außerordentlich in meiner Schulzeit mitgeholfen, dass ich nie wieder anderen Trends, weil sie alle gemacht haben, blind hinterhergerannt bin. – So hatte auch dieser Fehlwunsch in der Tat – rückwirkend - etwas Gutes!

14.4.20 04:10

Letzte Einträge: „Mobilphone-Krampf-Kampf“, "Alltagsbewältigung", "So wie Romeo und Rumänia", „Glück aus den Achselhöhlen“, „Typisch Horst“

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (14.4.20 06:16)
Musste lachen, denn auch hier gibt es ein Wort, das komischerweise ebenfalls von weiblicher, also von meiner Seite oft benutzt wird, und zwar "Kitschfilmchen", die F. gerne mal einschaltet.
Für mich fällt darunter so ziemlich alles, was unter Oberbegriffen wie "Unter weißen Segeln" oder "Inga Lindström" läuft und von F. durchaus gern gesehen wird.
Ich schaue dann mit, kann aber wie bei einem 3-Groschen-Roman bereits nach ganz kurzer Zeit weitern Verlauf (inkl. Plotpoints) und Ende in der Regel vorhersagen und das langweilt mich ziemlich, so dass ich nebenher am Läppi spiele oder sonstwas mache.
Gefühle mag ich schon, nur darf für mich eben etwas tiefer als nur an der Oberfläche gekratzt werden und wirklich begeistert bin ich, wenn mich ein Film überraschen kann und zum Nachdenken anregt.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen
Werbung