„Ausgesperrt“

Donnerstag, 30. Apri 2020

 

Zeit: 16 Uhr 11

Ort: Adenauerring, Worms

Da hat man ein einziges Mal viel mehr Zeit zur Verfügung als man denkt und dann sperren sie den Heylspark zu. Auf dem Zettel, der am schweren Tor hängt, wird mit wiederholten Verstößen gegen die ausgegebenen Schutzregeln die Schließung des Parks Fadenscheinig begründet.

Wer soll denn da die Regeln gebrochen haben?
Wann bitte sind mehr wie 4,5, 6 Personen gleichzeitig im Heylspark? – Hm?

Gerade jetzt dieses Kleinod an Freiheit zu schließen halte ich für schlichtweg falsch!
Einfach eine Runde durch den Heylspark zu drehen. Siech niederlassen auf eine der Bänke um zu lesen oder einfach nur um das Ambiente zu genießen. Selbstverständliche Dinge nach denen ich in diesen Zeiten lechze.

Frei durch die Stadt und Geschäfte zu streifen gestaltet sich eher schwierig.


Ich mag Sportsimulationen.
Daran hat sich – wie ich feststellte – seit meiner Jugend nichts verändert.
Ich fand durch Zufall einen kostenlosen Fußballmanager im Netz.
Natürlich nicht mit richtigen Vereins- oder Spielernamen.
Laune macht der Manager  trotzdem. Selbst – das ist ein Vorteil – wenn ich mich nur alle halbe Stunde – flüchtig damit beschäftige, ist das vollkommen egal. Weil die Sportsimulation im Hintergrund geduldig auf meine Eingabe wartet. Nichts was mich Tag für Tag fesseln wird. Für Zwischendurch genau richtig.

 

Ich habe in einem Kommentar den Ratschlag erhalten, eine Chatpause einzulegen, ich bin wirklich nahe davor es zu tun.

Ich kann nicht abschätzen wer empfindlicher ist. Einige meiner Chatkollegen oder ich?

Da wird öffentlich erzählt, dass man seinen Job verloren hat.
Was mir natürlich leid tut, daraufhin schreib ich aufmunternd: „Das man bestimmt bald wieder unter ist“.
Woraufhin mir geschrieben wurde, das dass nur ein Chat ist, dass das im Chat, weil es nun mal Privat ist, nichts zu suchen hat! – Hä? Bitte? – Habe ich mit dem Thema angefangen?

Das zweite was mir missfiel, ich werde Privat angeschrieben: „Warum schreibst du mich nicht mehr an?“ – Ich versuche zu erklären, dass ich nicht der sein werde, der immer zuerst Privat anschreibt. Weil ich mich dann nicht wohlfühle. – Bevor ich dazu komme das zu erläutern - Mitten im Gespräch - hat sich mein Gegenüber bereits aus dem Chatraum verabschiedet. Lässt mich alleine im Chatfenster zurück? – Das ist mir ein Rätsel?

Ich habe immer Lust, was über Menschen zu erfahren, deshalb besuche ich eigentlich Chats? – Das heißt nicht, dass man mir seine Sozialversicherungsnummer oder Kontonummer mitteilen soll. 
Interaktion auf dem Level: „Kennst du Micky Mouse?“ – „Ja, ich auch“ ist mir – wenn man sich länger schreibt und kennt - zu wenig.



Ich freue mich auf einen ruhigen Maifeiertag.
Wobei ich das Fotografieren der Maifeier-Veranstaltung möglicherweise vermissen werde? 
Gerade an Feiertagen kann ich ein ganz schön egoistischer Sack sein. Da ist es durchaus vorstellbar das ich Welt aussperre und mich mit der engsten Familie und dem TV -Gerät begnüge.


Was mir gut gefällt: „
Das Entweder-oder-Spiel“.
Man lernt mit ganz simplen Fragen wie:
Gold oder Silber? Schwitzen oder frieren?“ Schnell seinen Mitspielern (noch) besser kennen.

Wenn man sich nach den gestellten Fragen Zeit nimmt, kommt man von Großartig- auf Kleinigkeiten und hört dabei, möglicherweise sogar, die ein oder andere nette Geschichte.

Findige Journalisten haben „Das Entweder-oder-Spiel“ erfunden, um vorab die Distanz zu einem Interviewpartner abzubauen.


Wie dem auch sei, ich wünsche euch Allen mit Euren Lieblingsmenschen einen wunderbaren 1. Mai!

 

1.5.20 16:18

Letzte Einträge: „Glück aus den Achselhöhlen“, „Typisch Horst“, "Regenschauerkapitel", "Gedankenfrisch am Küchentisch", „Hasenflugs phantastische Mietgedanken“

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (2.5.20 06:12)
Bei uns funktioniert das mit dem Absperren von Spielplätzen oder Grünanlagen nur sehr bedingt. Las gestern einiges an Offiziellem, dass in den Stadtteilen, die man auf Neudeutsch wohl als soziale Brennpunkte bezeichnen muss, die Leute die Absperrungen einfach abreißen und sich nach wie vor in großen Gruppen im Freien treffen. Über Polizei und Ordnungsamt lachen sie und mich würde sehr interessieren, ob die Infektionszahlen dementsprechend dort höher sind - dazu erfährt man aber leider nix. :-(

Deine Chaterfahrungen decken sich mit meinen - meist sehr oberflächlich, dazu unendlich viel Rumgezicke und Intrigenspinnen im Hintergrund.
Ich dachte oft, was ne Kinnerkagge alles, und je mehr man versuchte, mich in diesen Sumpf mit hineinzuziehen, umso mehr nervte es mich und war auf Dauer eher belastend als entspannend.
Dann kam der Punkt, an dem mir bewusst wurde, dass ich eigentlich gar keine Lust hatte, mich einzuloggen, also ließ ich es schlicht sein, ohne mir aber nun selbst Druck zu machen, es nicht mehr zu tun.
Das ist einige Monate her und bis jetzt fühle ich mich pudelwohl so ganz ohne ...
Sollte das irgendwann nicht mehr der Fall sein, isses ja kein Problem, wieder die entsprechenden Tasten zu betätigen.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen
Werbung