"Allerlei vom Banhof, Alltag & Feinbäckerei"

Zeit: 14 Uhr 14

Ort: Bahnhof, Worms

5 C°, Regen, ein eisiger Wind. Unangenehm wenn man sich draußen aufhält.

Hier in der Bahnhofshalle suchen – aufgrund erwähnter Wetterlage – neben mir, ungefähr 30 weitere Personen, ein trockenes windgeschütztes Plätzchen.
Ein fast stilles treffen von Nationalitäten, Orientierungen, Menschen.

Der Geräuschpegel nimmt; kaum habe ich es niedergeschrieben; sekündlich zu.
Worte von denen nur Fetzen durch die Bahnhofshalle schallend hallen.
Das knisternde blättern der Zeitungseiten, quietschende Türen die in den Bahnhof hineinführen, zuschlagende durch die man sein Zielgleis erreicht.

Ausnahmsweise sind Maskenträger wie ich nicht in der Minderheit. Sondern deutlich in der Überzahl.
Ist man als Reisender mit möglicherweise mehreren Aufenthaltsorten sich der Ansteckungsgefahr bewusster, generell vorsichtiger?

Überraschend!
Keine einzige Taube ist im Bahnhofsgebäude zu sehen. Bei meinen letzten Bahnhofs-Hallen-Aufenthalten war das definitiv anders.


Die Bahnhofshalle ist offenbar wie dieser Montag in einem atmosphärischen grau gefangen?
Ausnahme die „Wiener Feinbäckerei“. Die durch ihre Werbe- wie Kundenfreundliche Beleuchtung - sich vom Rest der Bahnhofsumgebung wie diesem tristen Wochenbeginn - deutlich abhebt.

Obwohl ich kaum etwas spannender finde wie Menschen zu beobachten, verweigert sogar meine Phantasie die Vorstellung in der „Wiener Feinbäckerei“ im Wormser Bahnhof zu arbeiten.

Welches Leben das wohl wäre?
Ob man dann wohl nach Feierabend noch von Menschen hören, geschweige denn andere sehen und kennenlernen möchte?
Ob da nicht irgendwann Niedergeschlagenheit einsetzen könnte?
Das man sich während der Arbeitszeit - zumindest ab und an - mehr wie ein Roboter statt eines Menschen fühlt? – Ich kann es nur vermuten.
Bisher war ich nie – nicht mal Ansatzweise – irgendwie im Gastronomiebereich tätig.

Aus Neugierde würde ich mir das antun.
In diesen Bereich hineinzuschnuppern. – Dauerhaft sicher nicht.
Ich empfinde gerade großen Respekt für Menschen die in kleinen Bahnhöfen in noch kleineren Bäckereien und ausnahmslos in diesem Bereich tätig sind.  Das wahrscheinlich sogar mit mehr Leidenschaft wie ich mir das auch nur andeutungsweise vorstellen kann?!

Ich kehre meinen Beobachtungen des Alltages und Vorstellungen nun den Rücken. Kümmere mich wieder um meinen eigenen Trott, auch der hat meine volle Aufmerksamkeit verdient.

11.5.20 19:07

Letzte Einträge: „Mobilphone-Krampf-Kampf“, "Alltagsbewältigung", "So wie Romeo und Rumänia", „Glück aus den Achselhöhlen“, „Typisch Horst“

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (11.5.20 19:58)
Du hast die Atmosphäre wieder einmal sehr gut festgehalten, man riecht, hört und sieht die Bahnhofshalle regelrecht. ;-)

Als Kind half ich im Ostseeurlaub regelmäßig im Bäckereiladen von Bekannten direkt am Strand aus. Bis heute habe ich den Duft der frischen Backwaren in der Nase - das kann also auch etwas wirklich Schönes sein, dort zu arbeiten.

Liebe Brötchen- und Kirschkuchengrüße von der

"Rex-Mama"

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen
Werbung