„Vom Vierbeiner, der auf drei Beinen zufrieden war“

Ich lief zur Bushaltestelle. Schon aus einigen Metern Entfernung nahm ich einen Hund mit einer Frau – die das Haustier an der Leine führte - wahr.  
Erstaunt stellte ich im Nachhinein fest, dass ich den Hund von Anfang an für „keine Bedrohung“ hielt. Was selten geschieht. Normalerweise wechsele ich nämlich die Straßenseite.

Mir, ungeachtet dessen, nicht zuerst die Einschränkungen des Tieres – zu denen ich gleichkommen werde - auffielen.
Vielmehr der freche aufgeweckte, allumfassende Weltenblick und das auffallend heftige Schwanzwedeln. Beides interpretiere ich als unbändige Lebenslust des Hundes.

Erst beim Näherkommen stellte ich erstaunt fest: „Der hat ja nur drei Beine“.

Die Hundeführerin und ich tauschten einen sekundenlangen wachen Blick miteinander aus.
Sie – das kann ich natürlich nur mutmaßen – dass ich vielleicht ihren Liebling an der Leine auf nur 3-Beinen verurteilen würde?
Bei mir hingegen, war es schlichtweg nichts anderes wie Neugier.

Auch das Tier und ich sahen uns intensiv in die Augen.
Wobei sogar so ein Hundeleihe wie ich weiß, dass man eigentlich Hunden niemals direkt in die Gucker schaut.

Für mich sah es aus, wie der Hund nehme mir den Blick nicht krumm.
Im Gegenteil, das Haustier zwinkerte mir schelmisch zu.
In meinem Kopf höre ich eine verschmitzt knurrende Stimme: „Lass dir dein Leben von nichts und niemanden versauen, es geht immer weiter, siehst ja, mach das Beste aus deinem Leben, du hast nur eines!“ - „Bockstark“! – Was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Wäre das mein Hund, würde ich ihn definitiv „Asterix“ nennen.


Gibt es eigentlich Transparente Schutzmasken mit Mund- und Nasenschutz? Würde ich außerordentlich begrüßen.
Man könnte trotz verordneter Maßnahmen, die Emotionen anderer Menschen wahrnehmen. Was das tragen der Schutzpanzer wohl gleich um einiges erträglicher machen könnte? … und bestimmt dem ein oder anderen Missverständnis vorbeugen würde.

14.5.20 02:48

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (14.5.20 05:46)
Das hast du sehr gut beobachtet, auch behinderte Hunde können noch sehr viel Freude am Leben haben und danke für das Thema, komme gleich mal darauf zurück. ;-)

Durchsichtige Masken, grins, nun habe ich Bankräuber vor Augen, die ihr Gesicht in einen Seidenstrumpf pressen und mit plattgedrückter Nase nur noch schwer erkennbar sind. Ich selbst hatte schon gestern beim Einkaufen ähnliche Phantasien, weil mir die Socke im Gesicht wieder mal extrem lästig war.

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