„Auf der Suche nach schwarzweißen Haltestellen“

Wenn man fast alle politischen und anderen wichtigen Mitteilungen ignoriert, so wie ich seit Wochen, dann darf man sich nicht wundern, wenn man nicht mitbekommt, dass aufgrund Antirassismus Demonstration (George Floyd) und Gegendemonstration Worms abgesperrt worden ist.

Schon beim Aussteigen wunderte ich mich, dass der Fahrer darauf bestand, dass alle Person ca. 400 Meter vor dem Bahnhof, den Bus verließen.

Ich sah mir die Demonstration an. Ein bunter Haufen Hoffnungsvoller Fahnen, Schilder und Plakaten, wie auch von der AFD und anderer Organisationen flatterten im Wormser Demo-Wind.

Insgesamt war ich mehr von dem riesigen Polizeiaufgebot beindruckt, wie von den Demonstranten. … und davon, dass diese Veranstaltung - trotz unaufhörlich wütenden Corona-Virus – dennoch stattfinden durfte.

Mindestens 40 Polizeibusse. Erhöhtes Fahrgerät. Viele schwarze Polizei-Zivilfahrzeuge mit Blaulicht auf dem Dach.

Polizisten in Uniform. Polizisten mit und ohne Masken und schwerer Bewaffnet, wie die Hüter für Recht und Ordnung in ihrer normalen Kluft. Dazu Polizisten auf deren Westen das Wort „Kommunikation“ in großen Lettern zu Lesen war.
Der gesamte Busbahnhof stand voll mit Einsatzfahrzeugen.
Für andere ein Klacks. Für mich Kleinstädter surreale Bilder. Die ich so bislang nur aus Filmen kannte.

Dennoch großes Lob, die Gegenwart der Polizei war spürbar, man fühlte sich sicher, die Polizisten hielten sich jedoch vorbildlich zurück und holten nur einzelne aus der Menge, die allzu sehr aus der Reihe tanzten und ernstlich andere Menschen gefährdeten.

 

Am Nachmittag mochte ich gerne mit dem Bus heimfahren.
Der Busbahnhof fungierte als Park- und Einsatzort, deshalb konnte ich mir nicht vorstellen, dass der Bus dort – wie gewohnt - abfährt.
So suchte ich eine Haltestelle außerhalb auf.  … und wartete und wartete und wartete. Vergebens.
Laut Fahrplan, fuhr der nächste Bus eine Stunde später. … doch auch dieser fiel offensichtlich aus.
Oder verfügte über eine Tarnoption, brauste unbemerkt an der lauernden Menschenmenge und mir vorbei?

Grummelnd nahm ich die Beine in die Hand und schlich mich zurück zum Busbahnhof. Insgeheim rechnete ich nicht mit einem zählbaren Ergebnis, jedoch war das allemal besser, wie weiterhin Ergebnislos auszuharren.

Dort eingetroffen, fiel mein Blick auf die Buskolone der Polizei, die gerade abfuhr. Ein Beindruckendes Bild.
Das nächste was mir auffiel, der Bus mit der erlösenden Liniennummer, um mich Endlich nach Hause zu bringen.
Anschließend rückte der Fahrer in mein Sichtfeld. Der dort Seelenruhig in seinem Bus saß und gerade einem älteren Herren - der mich ein wenig an den längst verstorbenen Peter Ustinov erinnerte - erklärte, dass man in einer Viertelstunde Pünktlich – wie im Plan vorgesehenen – abfahren werde. – Erleichterung pur!

Natürlich hätte ich jetzt dem Busfahrer Vorwürfe machen können, aber hätte es den richtigen getroffen?

In der Stadt freute ich mich über den Schnäppchen-Markt vor der Buchhandlung. Besonders stach mir ein Schwarzweißcover ins Auge.
Auf dem ein Mann augenscheinlich seine Liebste sanft durch die Luft wirbelt. Ich mochte das Buchcover sofort unglaublich gerne.

Ich dachte, blödsinnigerweise zuerst an einen SW-Fotoband im Taschenbuchformat. Das Buch entpuppte sich als „Er und Sie“, ein Roman vom Bestsellerautoren Marc Levy.
Ich mag die Geschichte bisher sehr.
Ich kann mich mit der Figur Paul identifizieren. Der in vielem genauso hasenherzig reagiert wie meine Person. Nur bei Menschen, da kennt er keine Ängste, was nicht heißt, dass er bei unbekannten Zweibeinern nicht doch mal vor einem Zusammentreffen scheut.

„… klingt komisch ist aber so“!

 


 Gute Nacht! – Wer immer ihr auch seid?

7.6.20 03:45

Letzte Einträge: „Glück aus den Achselhöhlen“, „Typisch Horst“, "Regenschauerkapitel", "Gedankenfrisch am Küchentisch", „Hasenflugs phantastische Mietgedanken“

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (7.6.20 06:37)
Überschrift und schwarz-weißes Buchcover passen ja prima zu dem, was gerade in den Staaten los ist. ;-)

Das mit dem riesigen Polizeiaufgebot finde ich eigentlich ziemlich traurig, zeigt es doch, wie sehr die Bevölkerung gespalten ist.
Bei den meisten Themen, für die man so demonstrieren kann - selbst bei denen, wo man meinen sollte, dass sie uns hierzulande gar nichts angehen - finden sich sehr schnell Gegendemonstranten ein und damit das Aufeinandertreffen nicht eskaliert, muss der Steuerzahler bluten und für den Aufmarsch der Sicherheitskräfte bluten.

Hast du eigentlich keine Fahrplan-App auf dem Handy? Vielleicht hätte sich da ja etwas über die veränderten Abfahrtszeiten erfahren lassen?

Wieder ein sehr schöner Eintrag, weil er gleich mehrere Themen berührt. :-)

Hab einen schönen Sonntag und liebe Schon-etliche-Kilometer-gelaufen-Grüße von der

"Rex-Mama"

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen
Werbung