„4,29% Gesäusel“

Früher wie erwartet wurde ich zum Fotoauftrag gerufen.

Wie angenommen, war es ausgesprochen interessant einem (70.) Geburtstag unter Corona-Regeln beizuwohnen.
Dennoch wirkte, das andersartige Bild befremdlich, das die Gästeschar, der Jubilarin, nicht die Hand schüttelte, sie herzlichst umarmten oder liebevoll knufften.

Zu sehen, wie exakt alle zwei Stunden, die eine Geburtstagsgästegruppe von der anderen abgelöst wurde, war durchaus spannend zu verfolgen. Für mich als Festfotograf – durch die Abwechslung – ein Geschenk.

 

Eigentlich war vorgesehen im Gemeindehaus den 70. Geburtstag zu feiern. Aufgrund Corona wurde das Jubiläum – in große Pavillons - vor das Eigenheim verlegt. Statt festliche Kleidung warf man sich in Sommergarderobe. Was dem Fest zusätzlichen Pep verlieh.
Zu Würstchen, Hähnchen und Bauchfleisch wurden die unterschiedlichsten Salate aufgetischt. Der obligatorische Kuchen fehlte natürlich auch nicht.

Ich hatte durchaus meinen Spaß an der Veranstaltung.
Besonders an der scheinbar unendlichen Agilität der Jubilarin. Ich hoffe, ich kann mit 70 nur ansatzweise ähnlich voller Elan sein?!

Für die Familie, der Jubilarin, war ich schon öfters im Einsatz.
Auch rund 90% der Gäste, waren mir - durch den ein oder anderen Foto-Event - bekannt.

Ich blieb am Fotoapparat kleben und insgesamt relativ wortkarg.
Viel mehr beobachte und beschäftigte mich, wieso die einzigen geladenen Dauergäste, Sohn, Tochter, Enkel und Cousinen - der stets fröhlich aufgelegten Gastgeberin - unter sich blieben?
Wieso sie „das Geburtstagskind“ nicht unterstützten? Ihr scheinbar nicht den kleinsten Handgriff abnahmen?

Die kratzte das allerdings wenig, bewirtete fleißig ihre Gäste, fand dabei immer noch genug Zeit ihre Festgäste zu Unterhalten. Außerdem wurde sie nicht müde, sich mit Familie, Bekannten und Freunden ablichten zu lassen.

 

 

Ich muss morgen ein Hygienekonzept für meine Sportgruppen erstellen, danach einreichen und dann auf Absegnung des Vorstandes hoffen?
4,29% schreien in mir, dass ich das eigentlich nicht mehr will!
Der Rest möchte unbedingt wieder ein Stück von der altbekannten Tretmühle zurück.

 

 

In den Kommentaren - die sind unter meinem Blog überschaubar, deshalb freue ich mich über diese Beiträge umso mehr - wurde ich gefragt, wieso ich eigentlich Kopfhörer trage? – Wahrscheinlich, weil die Kopfhörer mir zusätzliche Sicherheit verleihen?
Mich von störenden Geräuschen, der Außenwelt, besser abschotten.
Ich es leidenschaftlich gerne mag, wenn mir jemand im Flüsterton - Ideen, Konzepte, Informationen und besonders Gedanken, die man selbst (er)leben und fühlen möchte – ins Ohr säuselt.

 

 

 

Gute Nacht! – Wer immer ihr auch seid?

16.6.20 04:18

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (16.6.20 05:31)
Das klingt für mich nach einem nicht besonders engen Verhältnis zwischen der Jubilarin und ihrer Familie und dieses gruppenweise Abfertigen, schrecklich.
Da sind doch jede Gemütlichkeit und die Chance auf Sich-lange-und-gemütlich-Festquatschen dahin.

Das mit der Freude kann ich nur zurückgeben und denke gerade darüber nach, wie es zusammengehen könnte, wenn man auf der einen Seite das Bedürfnis hat, sich abzuschotten, auf der anderen aber auch das nach Nähe und allzu gern etwas ins Ohr gesäuselt bekäme.
Wobei Letzteres zumindest nach meiner Erfahrung höchstens am Anfang einer Beziehung so läuft, nach vielen Jahren wird aus dem zarten Säuseln eher ein Laut-ins-Ohr-Schnarchen.

Hab einen schönen Tag und liebe Viel-Erfolg-beim-Fotobearbeiten-wünsch-Grüße von der

"Rex-Mama"

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