„Luce Douady“

Klettern gehört zu den olympischen Disziplinen.
Erst vor wenigen Wochen hatte ich dies erfahren. Über den Wettkampfsport Klettern wusste ich nichts. Gar nichts.
Deshalb recherchierte ich interessiert über diese Aktionsreiche Sportart. Sah mir einige Videos an, las einiges zu den Regeln, Ranglisten und zu den Kletter-Athleten. Dabei begegneten mir Namen wie Adam Ondra, Daniel Woods, Alexander Megos, Alma Bestvater und eben auch der, der Namensgeberin dieses Blogs, Luce Douady.


Ich fand es schwer beeindruckend, dass die 16jährige Französin schon bei den Senioren Spitzenplätze erreichen konnte.                                                      Dritter Platz (Bronze) bei den Europameisterschaften in Edinburgh. Viele Topplätze bei Worldcups.
In ihrer Altersklasse wurde sie sogar Weltmeisterin in Bouldern.
Als Bouldern bezeichnet man das Klettern ohne Seil. An Felswänden oder künstlichen Kletterwänden.

Luce war die Französische Kletterhoffnung, nicht nur für die 2021 anstehenden Olympischen Spiele. Douady war gerade dabei mit ihrem entschlossenen, technisch versierten Kletterstil die Weltrangliste ordentlich aufzumischen.


Am Sonntag, 14. Juni 2020 verunglückte Luce Douady tödlich.
Sie war mit Freunden in der Nähe von Grenoble (Frankreich) im Klettergebiet Sain-Pancrasse/Luisset unterwegs. Unerwartet rutschte sie auf einem ausgesetzten Zustieg in das Kletterparadies aus. Luce stürzte 150 Meter in die Tiefen. Sie überlebte nicht.

Der Körper der Kletterin wurde mittlerweile geborgen.
Es wurde laut zahlreichen Netzseiten eine Untersuchung eingeleitet. Es heißt die genauen Umstände Luce Douady Ablebens seien noch unklar.


Wie ohnmächtig müssen sich wohl ihre Freunde gefühlt haben?
Ihre Freundin, Luce, 150m in die Tiefe stürzen zu sehen.
Kein bisschen eingreifen zu können?
Kann es etwas Schlimmeres geben, wie einen geliebten Menschen in Gefahr zu sehen?
Dann noch gezwungenermaßen den Tot dieses geliebten Menschen direkt miterleben zu müssen.
Wie sich wohl Luce fühlte beim überraschenden Fall, ob man in diesen Sekunden überhaupt fähig ist zu denken und zu fühlen?


Ich möchte nicht in der Haut von ihren Freunden oder Familie stecken.
Wie die sich wohl gerade fühlen, wie und ob, die so kurz nachdem Unglück mit dem Schmerz überhaupt schon umgehen können?


Ich kann mir absolut nichts Bittereres vorstellen.
Ob ich überhaupt in der Lage wäre so ein Unglück wegzustecken? – Klingt vielleicht ein wenig depressiv, aber diese Fragen spuken mir im Kopf herum. Ich kann es gerade auch nicht ändern.


Mir tat der Bericht beim Lesen weh. Im Normalfall nehme ich diese Meldungen zu Kenntnis und hake sie recht zügig wieder ab.

16Jahre, da liegt das gesamte Leben noch vor einem. Da hat man unzählige Träume und Ziele, die man unbedingt erreichen will, an Tot denkt man da – normalerweise zumindest – nicht).



Sportverband der “International Federation of Sport Climbing”:
“Junge, brillante und talentierte Athletin”.

Alma Bestvater (deutsche Spitzenkletterin) über Luce Douady:

Sie ist vor allem durch ihr ständiges Lachen und ihre riesige Freude am Klettern aufgefallen. Mit ihrer Leichtigkeit konnte sie alle Menschen um sich herum anstecken. Außerdem war sie eine unglaublich talentierte junge Athletin, von der wir sicher noch viel hätten erwarten können. Ihre fröhliche Art wird im Wettkampfklettern definitiv fehlen.“

Julia Chanourdie (französische Teamkollegin von Luce Douady):
„Ich werde mich immer an ihre unglaubliche Energie und Motivation erinnern, nichts konnte sie aufhalten. Sie war trotz ihrer Jugend ein Vorbild.“



Selbst ich, mit vielen Lebensjahren mehr auf dem Buckel, wie Luce Douady, bin der felsenfesten Ansicht, dass die beste Zeit und schönsten Lebensmomente noch vor mir liegen werden!

Der Wertvollste Titel, das höchste was man wohl erreichen kann, den wohl keine Weltmeisterschaft und mit null Komma nichts anderen auf Erden aufzuwiegen ist: „Ein Leben zu haben und es selbstbestimmt leben zu dürfen“. (!) (?) (!) (oder?)



Gute Nacht! - Wer immer ihr auch seid?!

17.6.20 04:14

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (17.6.20 06:16)
Nennt man diese felsenfeste Ansicht nicht Hoffnung?
Ich glaube, ohne sie würde das Leben eh seinen Sinn verlieren, und ja, das ist eine traurige Geschichte, von der du erzählst.

F. war ja einst bei den Fallschirmjägern, zum Glück vor meiner Zeit, denn ich glaube nicht, dass ich damit hätte leben können, hätte er dies als Sport weiterbetrieben. Diese ständige Angst wäre nix für mich gewesen, wobei aber natürlich klar ist, dass einem auch ohne gefährliche Sportarten jederzeit ein Dachziegel aufn Kopf fallen könnte. ;-)

Beim Namen Ondra musste ich an Max Schmeling denken, er war doch mit einer Anny Ondra verheiratet.
Ob da womöglich Verwandtschaft besteht?

Liebe hoffnungsvolle Grüße von der

"Rex-Mama"


Sparköchin / Website (17.6.20 15:58)
Lieber lifeminder,
da hast du wirklich eine traurige Geschichte gefunden. Ich glaube, wenn ich jemanden beim Sterben durch so einen Unglücksfall zusehen müsste, würde ich dieses Erlebnis den Rest meines Lebens nicht mehr aus dem Kopf kriegen.
Schön, dass du selbst der Hoffnungsvolle bist, der gespannt in die Zukunft schaut!
Liebe Grüße
von der Sparköchin


(18.6.20 15:16)
Ich möchte mich für deine lieben wünsche bedanken, lieber lifeminder, wie du lesen kannst, geht es bei uns immer extrem auf und ab. Ich freue mich sehr auf langweilig e Zeiten, lächel und wünsche dir auch nur das Beste, deine findemich

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