"Durchgeschlendert"

Geschichten nehme ich wirklich nicht Altersentsprechend auf.
Wenn mich Charaktere und Handlungsbogen packen bin ich emotional voll dabei. Ich hatte „Marina“ von Carlos Ruiz Zafón zu Ende gelesen. Meine Augen waren feucht. Ich war dem vergießen des ein oder anderen Tränchens wirklich nahe.

Die (Wormser) La Rue de la Sud bin ich auch entlanggeschlendert …

Was mir gut gefällt, dass die Wormser Schausteller doch die Möglichkeit bekommen ihre Waren an Frau und Mann zu bringen. – Das Backfischfest fällt leider in diesem Jahr aus. Wobei der Umzug für mich das größere Übel ist. Mag ich doch speziell den Backfischfestumzug sehr gerne.
So stehen nun in der Fußgängerzone mehrere unterschiedliche Schaustellerwagen mit Eis, Nüssen, ein kleines Karussell und weiteren Angeboten bereit um die Herzen von jung und alt zu erfreuen.
Eine schöne Idee um vielleicht wenigstens etwas die Verluste der Schausteller in übersichtlichen Grenzen zu halten.

Ich hatte einmal mehr gestöbert in den gebrauchten Büchern der Toto-Lotto-Annahmestelle. Fand von John Irving, den Roman: „Witwe für ein Jahr“. Das Ganze für verschmerzbare 2 Euro 95. – Auf einer der ersten Seiten steht in roter Schrift: „15-12-99“, darunter ein Name, der mit etwas Phantasie Irving heißen könnte.
Ich habe die Unterschriften miteinander verglichen. Es gibt bis auf das „g“ nicht wirklich eine Übereinstimmung der Unterschriften von der des Beststellerautors John Irving und der erwähnten in dem Buch.
Aber die Phantasie - die Möglichkeit, dass es so sein könnte - frei schweifen zu lassen, macht dennoch Spaß.

Wie kann es eigentlich sein, dass man es nicht schafft Dinge Heil zu lassen?
Wenn ich beim vorbeilaufen lese – auch wenn ich sie nie benutze – „Die WC Anlage bleibt vorläufig wegen Vandalismus geschlossen“, greife ich mir an den Kopf.
Irgendwann braucht man sich nicht mehrt wundern, wenn selbst die Stadt oder wer auch immer keinen Bock mehr hat, den Kram ständig zu erneuern.
Wer sind dann die leidtragenden? - „WIR“! – Weil uns Zivilisten wegen einigen wenigen „Dummbatzen“ die öffentlichen Anlagen nicht mehr zur Verfügung stehen.


In den Sportnews las ich, dass André Schürrle nun mit Borussia Dortmund seinen Vertrag aufgelöst hat. – Irgendwie ist das nicht rundgelaufen zwischen den beiden Parteien. Zwischendrin war Herr Schürrle auch nach Russland und wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht zuvor nach England ausgeliehen? – Ich wünsche André Schürrle, dass er schnell einen neuen Verein findet. Er ist erst 29, ehemaliger Nationalspieler und meiner Meinung nach im besten Fußballalter.

Ich hatte einen Podcast zur Trauerarbeit gebannt verfolgt.
Fast unmenschlich was diese Leute leisten. Ich könnte das definitiv nicht, weil ich wohl kein Rettungsanker sein könnte, sondern selbst einen bräuchte!?!
Ich habe mir bisher keine Gedanken darum gemacht, was das heißen muss, so ein Amt zu begleiten, ob bezahlt oder Ehrenamtlich?

Vielleicht muss ich mich mit dem Thema sterben generell mehr beschäftigen? Ich habe einige Jahrzehnte an Lebensjahren auf dem Buckel, die ein oder andere Beerdigung mitgemacht, dennoch das Gefühl überhaupt keine Ahnung von Sterben zu haben und alledem was da dazugehört.


Ich muss zurück ins Bett, das pralle Leben wartet!


Gute Nacht! – Wer immer ihr auch seid?!


16.7.20 01:57

Letzte Einträge: „Mobilphone-Krampf-Kampf“, "Alltagsbewältigung", "So wie Romeo und Rumänia", „Glück aus den Achselhöhlen“, „Typisch Horst“

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (16.7.20 05:26)
Na, das hat doch was, wenn im Bett das pralle Leben auf einen wartet.
Das mit Irving wäre ja ein Ding, wäre es tatsächlich von ihm signiert, wobei ich mit ihm so mein Tun habe. "Garp oder wie er die Welt sah" ist eines der wenigen Bücher, die ich nicht bis zum Ende geschafft habe, weil es mich einfach hochgradig nervte. Den Film dagegen fand ich ok, etwas, das mir sonst eher andersherum passiert.
Trauerarbeit muss wohl in erster Linie von den Betroffenen selbst erledigt werden, aber es kann sicher nicht schaden, wenn sie in dieser Situation irgendwo ein offenes Ohr und vielleicht auch Rat finden, und sei es an professioneller Stelle, weil im privaten Umfeld viele dieses Thema einfach zu sehr ausgrenzen und einen großen Bogen darum machen.
Und damit bin ich dann ganz bei dir, denke, es kann wirklich nicht schaden, sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen, und damit auch mit dem eigenen, das irgendwann (hoffentlich noch in weiter Ferne) ja einmal kommen wird.

Liebe "Nun-aber-zurück-ins-pralle-Leben-Grüße von der "Rex-Mama"


Sparköchin / Website (16.7.20 14:06)
Lieber lifeminder,
von wegen "Geschichten nicht altersentsprechend aufnehmen": ich bin zuletzt im Theater (das war noch vor der Corona-Sperre) in der ersten Reihe gesessen und mir sind die Tränen übers Gesicht gelaufen, dass es, glaube ich, sogar die SchauspielerInnen gesehen haben. Kurz hab ich mich gefragt, ob ich mich genieren muss und hab mich dann dagegen entschieden.

Zum Thema Trauerarbeit gibt es einen, wie ich meine, wunderbaren Film: "Nichts zu verlieren". Den kann ich dir mit bestem Gewissen empfehlen, weil du dich schon mit österreichischen Ausdrücken auseinandergesetzt hast - es sind nämlich auch zwei "unsrige" Schauspieler dabei, die herrlich im Dialekt reden. Ernstes Thema mit wunderbarer Situationskomik.
Schau ich mir jedesmal an, wenn er in irgendeiner Mediathek angeboten wird.
Hab einen guten Tag!
wünscht dir die Sparköchin

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