"Alltagsbewältigung"

Meine Abende sind zurzeit nicht sonderlich gut strukturiert.
Am liebsten knalle ich mich momentan – sofort - nach Alltagsbewältigung – wenn kein Sport ansteht – vor den PC und tauche in die Onlinewelt ab. Das war und ist auch sehr schön.

Vor allem die vergangenen sechs Wochen hatte ich etwas in den Stamm-Chats experimentiert. Gab eine leicht überdrehte Version von mir zum Besten. Die unzweifelhaft die ein oder andere Sympathie kostete, jedoch auch Ergebnisse in Hülle und Fülle lieferte.
Hach ja, ich werde es schon ein wenig vermissen, einfach dermaßen frech dazwischen zu plappern. Oder fremde Themen in den Chat zu werfen, wenn gerade der gesamte Chat über andere Angelegenheiten philosophiert.

Nun wird es wirklich Zeit Mal wieder zielstrebiger mit meinen Abenden zu verfahren. Die überdrehte Version meiner selbst langsam aber stetig wieder zurückzufahren.
Ich merke ab und an, wenn ich nur die Seele vor dem Computer baumeln lasse, dass ich mich am nächsten Morgen hin und wieder ärgere zu viel Zeit vor dem PC verbracht zu haben.
Wobei ich gerade in dieser jetzt befindlichen Phase, unglaublich informative Gespräche mit Menschen in der Onlinewelt führe.
Vielleicht würde ich die dann sogar noch mehr genießen? – Das klingt natürlich total bescheuert, ist dennoch so.


Während meines Weges über die Wormser, „la Rue de la sud“ kehrte ich in der in der Kaiserpassage beheimateten Drogeriefachgeschäft „Müller“ ein.
Nach ein wenig herumbummeln fand ich eine DVD, die vielleicht meinem Bruder Spaß machen könnte? Immer gut, wenn man schon eine Kleinigkeit in Petto hat – wenn Feste anstehen - Bruderherz feiert demnächst sein Wiegefeste.

Ich mochte die DVD bezahlen, legte sie auf das Band, kam an die Reihe, die Kassiererin sagte gerade: „7 Euro …“ (zu den „99“ Cent auszusprechen, kam sie nicht mehr). Parallel dazu erklang ein dumpf metallisch schepperndes Geräusch. Unerwartet erloschen die Deckenlichter in der Drogerie und auch aus den Kassenanzeigen wich sichtbar jedes leben.
Ca. 3 Sekunden schauten die Angestellte und ich uns ratlos an. Bevor wir, wie alle anderen in der Drogerie, das Geschehen im Eingangsbereich verfolgten. Die anderen Verkäufer eilten aus allen Himmelsrichtungen herbei.
Schoben Einkaufskörbe und anderes vor den Geschäftseingang, dass niemand mehr in das Geschäft hereinkonnte. Mittlerweile war auch der Manager der Kaiserpassage eingetroffen. Er kümmerte sich unaufgeregt um das Problem.
Die Kassiererin hatte mich mittlerweile wieder in ihren Fokus gerückt.
Sprach betont Kundenfreundlich: „Ich glaube, das dauert länger. Wenn Sie möchten lege ich die DVD für sie zurück. Ich habe bis halb acht Dienst, dann können sie, die DVD später abholen und bezahlen“.
Dankbar nahm ich das großzügige Angebot an.
Im Gegensatz zu den Menschen der Einlass in den „Müller“ begehrten, war das herauskommen kein Problem.


Mein Bein hat wieder seine normale Farbe angenommen.
Das regemäßige kühlen und eine teure Salbe haben Wunder gewirkt.
Zwischen durch hatte ich, warum auch immer wieder den Gedanken im Kopf, wie schlimm das wäre Bein und Fuß zu verlieren.
Der Gedanke fand Eingang in meinem Kopf, da ich noch nie so viele Menschen in Worms mit abgenommenen Gliedmaßen und auf Krücken wahrgenommen haben.
 Ich bin leider nicht der harte Typ, der da so einfach herüber hinwegsieht.
Wenn ich zaubern könnte, das erste was tun würde, jedem das Körperteil durch eine Zauberei spendieren, das entsprechend fehlt.
Ich bete inständig darum, dass ich, gesund bleibe.
Egoistischer Weise für mich und zweitens, um Möglicherweise, keinen anderen zur Last fallen zu müssen.


Langsam geht es wieder los in Sachen Fotoaufträgen.
Am kommenden Sonntag steht eine Taufe an. Zu der ich als Bildermacher bestellt bin. Ich freue mich sehr darauf.
Zumal ich für die Familie schon öfters aktiv war und jedes Mal mit einem Wohlbefinden und vielen Fotos auf der Kamera den Fest Ort verlassen hatte.



Gute Morgen! – Wer immer ihr auch seid?!

6.8.20 04:49

Letzte Einträge: „Glück aus den Achselhöhlen“, „Typisch Horst“, "Regenschauerkapitel", "Gedankenfrisch am Küchentisch", „Hasenflugs phantastische Mietgedanken“

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" (6.8.20 06:26)
Hattest du deinem Bein denn eigentlich eindeutig einen Insektenstich zuordnen können?
Wenn nicht, könnten ein Arztbesuch und eine Sonographie nicht schaden, um ein Venenproblem ausschließen zu können. ;-)

Die Sache im Drogeriemarkt ist ja seltsam - ein Stromausfall kann natürlich vorkommen, aber wie erklärt sich das gleichzeitige Scheppern?
Gab es dafür später noch eine Auflösung?

Waren die Stammuser in deinem Chatroom nicht irritiert über dein verändertes Verhalten?
Mich zumindest würde so etwas sehr verunsichern. Entweder würde ich mich zurückziehen in dem Gefühl, mich da wohl bisher mächtig in jemandem getäuscht zu haben, oder ich würde einfach mal nachfragen, lach, im Grunde müsste man es selbst miterlebt haben, um zu beurteilen, wie man reagiert hätte. ;-)

Liebe Einen-schönen-Tag-ohne-Stromausfall-wünsche-Grüße von der

"Rex-Mama"


MondSchwester / Website (6.8.20 10:13)
Zitat:"Ich merke ab und an, wenn ich nur die Seele vor dem Computer baumeln lasse, dass ich mich am nächsten Morgen hin und wieder ärgere zu viel Zeit vor dem PC verbracht zu haben."

Ein Spaziergang im Park oder mit einem Cafe auf die Wiese vorm Haus setzen,..... wären doch Alternativen mit mehr Sinn

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen
Werbung