"Unvollkommenheit Zeit"

Beunruhigt stand ich an der Kirche. Die Leute verließen das Gotteshaus und verabschiedeten sich vom Pfarrer.
Hatte ich mich getäuscht, der Taufgottesdient hatte doch bereits früher – wie von den Auftraggebern mitgeteilt - stattgefunden? Ich hatte mich wohl oder übel bei der Zeitangabe verlesen?
So musste es einfach sein, anders konnte ich mir um Gotteswillen nicht erklären, wieso Menschen zahlreich aus der Kirche strömten.

Ich überlegte ebenso nervös, wie Fieberhaft, wie ich mein Versäumnis wiedergutmachen konnte?


Genau in diesem Moment wurde ich vom Auftauchen der Taufeltern - im Schlepptau den Rest der geladenen Gästeschar – erlöst.
Des Rätsels Lösung, es fand ein extra Familien-Tauf-Gottesdienst nur für die Angehörigen und natürlich des Täuflings statt.

Ein schöner intimer Taufgottesdienst. Mit ungefähr 30-Teilnehmer die sich auf Bitten des Pfarrers in den ersten Reihen breitmachten.
Ich saß auf einem Stuhl an der Seite. Wurde ermutigt zu fotografieren. Was mir nicht so leicht fiel im Gotteshaus. Da man doch gerade an solchen Orten, mit Fotoapparat, meist an ein Seitenlanges Regelwerk gebunden ist (bei Segen und Gebet fotografiert man nicht, wenn der Pfarrer die Augen schließt, bitte auch nicht Etc.).

Bei der Hitze waren alle Beteiligten froh, das man es mit einer halben Stunde Gutsein ließ. Zwei aussagekräftige Musikstücke und das die Eltern aufgrund Corona selbst ihr Kind liebevoll tauften, werden mir persönlich, von „dieser Feierstunde“ in Erinnerung bleiben. Der Pfarrer sprach lediglich wegen des Vorganges die Taufworte.

Im Anschluss saß die Taufgesellschaft gemütlich auf dem Außengelände eines Lokals beisammen.
Die Kinder rasten über den Spielplatz, tobten auf den Geräten und plantschten in Wassereimern.
Die Erwachsenen suchten die Nähe der Ventilatoren. Entspannte Plapper-Atmosphäre innerhalb einer lustigen Runde.
Dazu leckeres Essen. Rustikal aber Gut. Auch wenn es dauerte bis auch der letzte seine Mahlzeit einnehmen konnte.
War doch der Wirt, scheinbar Koch, Servierer, Ausschenker und Kassierer in einem.

Familienfotos, Einzelfotos, Gruppenfotos in unterschiedlichsten Konstellationen und viele des Täuflings entstanden. Die Familie – für die ich schon öfters aktiv war – zeigte sich gewohnt uneitel. Selbst beim Wasserplanschen, mit Zigarette und nachdem man die Festkleidung abgelegt hatte, waren Fotos kein Problem. Man lachte oder schaute zumindest in die Kamera, da man sich bewusst war, wie man mir versicherte, das Fotos oftmals rückblickend – vor allem je mehr Zeit vergeht – die verlässlichsten Zeugen sind und Erinnerungen lebendig halten.

Verschwitzt, Klatschnass legte ich Zuhause das Hemd und lange Hose ab. Schlüpfe in T-Shirt und Sporthose. Fühle mich ganz hervorragend dabei.
Lud die Bilder auf die entsprechenden Festplatten. Nun folgen Tage der Bearbeitung. Wobei ich mich ja nach wie vor standhaft weigere Filter über die Fotos zu legen, so dass diese zur Unkenntlichkeit verstümmelte werden, sondern schraube lediglich an der Helligkeit oder beschneide die Bildchen ein wenig um ein besonderes Detail in den Fokus zu rücken.


Mit Sport ist derzeit eher weniger los, das Wetter wie vor allem das Bio-Wetter spielen nicht mit, so das Ungewohnt mehr Einheiten ausfallen wie stattfinden.

Endlich, daran hat auch die Hitze ihren Anteil, hatte ich es geschafft, den dich beschriebenen, wie sehr empfehlenswerten und mich stets fordernden John Irwing Roman - „Witwe für ein Jahr“ - fertigzulesen.
Die Unvollkommenheit der Charaktere mag ich am liebsten, neben dem aufs Auge gedrückten Ratschlag, das Zeit etwas Vergängliches ist!
Man, dass was man hat, besser genießt, solange es möglich ist, wie später verbittert feststellen zu müssen, hätte ich mir doch bloß für den ein oder anderen Menschen (mehr) Zeit genommen, solange man die Möglichkeit (noch) dazu hatte.



Guten Morgen! – Wer immer ihr auch seid?!

10.8.20 05:29

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (10.8.20 06:10)
Das klingt nach einem gelungenen Wochenende und ich hoffe, dein Samstag war genauso anregend wie der Sonntag?
Was die Feier angeht, halte ich es eigentlich für bedenklicher, dass da 30 Personen zusammenkommen, als dass der Pfarrer dem Baby selbst ein Pöttken Wasser übern Kopf gekippt hätte.
Und nun habe ich gerade Kopfkino, sehe es vor mir, wie man sich beim Friseur demnächst selbst unter fachlicher Anleitung die Haare schneiden könnte.
Dass du den Bildern ihre Ursprünglichkeit belässt, gefällt mir, wird heutzutage doch viel zu oft daran herumgeschönt, bis sie nichts mehr mit dem Original zu tun haben.

Liebe Einen-guten-Start-in-die-neue-Woche-wünsche-Grüße von der

"Rex-Mama"


Sparköchin / Website (11.8.20 08:53)
Einen schönen guten Morgen wünscht die Sparköchin!
Gerade hab ich ein bisserl bei dir nachgelesen - da hat sich in letzter Zeit ja ganz schön viel getan!
Ich hoffe deine Verletzung heilt weiter gut und macht dir keine Sorgen oder Schmerzen mehr.
Dass du dich um die wartende Frau gekümmert hast, finde ich bewundernswert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich überwunden und sie angesprochen hätte...
Und dass es wieder anfängt mit Foto-Aufträgen, ist doch schön! Vor allem, wenn dann alles gut klappt und die AuftraggeberInnen wohlwollend sind.
Hast du die DVD für deinen Bruder eigentlich noch bekommen? Was war denn die Ursache für den "Knall" bei Müller?

Es ist immer wieder bereichernd, bei dir reinzulesen. Ich freu mich auf die kommenden Einträge!

Lieben Gruß
von der Sparköchin

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