"Das kleinste denkbare Abenteuer"

Den Vorsatz über „die Wormser, Rue de la Sud“ zu schlendern mit einer Dose „Light Cola“ um Gedanken schweifen zu lassen, hatte ich ausführlich umgesetzt.
Unfassbar, wie gut mir das tat!
Sofort fühlte sich die Welt nochmals anders an. Wach, frei, nichts ist unmöglich.
Manchmal lässt sich jedes Ziel erreichen, dafür muss man aber auch bereit sein, danach zu greifen. Das bin ich leider (noch) nicht immer.

Ich sah eine Frau, schätzungsweise, geradeso, über 30 Jahre alt.
Die aus großer Entfernung bereits erkennbar über das gesamte Gesicht strahlte. Ihre langen dunkelbraunen Haare wurden mit einer Haarklammer aus dem Gesicht gehalten.
Die Frau trug ein blaues Sommerkleid, Flip-Flops. Gleichzeitig hielt sie in der einen Hand, einen schwarzen Minirucksack und schmutzige Fußballschuhe. Die andere Hand war damit beschäftigt, das Mobilphone an eines der freiliegenden Ohren zu führen. 

Ich mochte sehr, dieses erwärmende Strahlen, dazu den Kontrast mit den schmutzigen Fußballschuhen und dem wiederum zum Lächeln, passenden, blitzblanken Minirucksack.
Sie versprühte eben Lebensfreude pur.
Was mir mit meiner unbeabsichtigten Grübler-Miene selten gelingt.
Mir gefiel die Phantasie, sie war – gerade noch – Fußballspielen. Nun verbringt sie – mit wem auch immer? – erholsame, sommerliche Stunden in der Wormser Innenstadt.


Außerdem fiel mir ein, dass Kunstlehrer – in der weiterführenden Schule - darauf bestanden, dass im Farbkasten Magenta-Rot nicht fehlen darf. Warum Magentarot?  

 

Heute Abend fuhr ich mit dem Bus um 20 Uhr 30 Heim.
Obwohl mich „Fiona“ Seite für Seite fesselte, musste ich immer wieder aus dem Fenster schauen.
Wann war ich zuletzt im Dunkeln heimgefahren?
Ich bin die Strecke viele hundertmale über Jahre gefahren.
Dennoch hatte ich im dunkeln lange Minuten Mühe, den Weg - durch das Busfenster - als den vertrauten wahrzunehmen. Immer wieder schaute ich, um mich zu beruhigen auf die Busnummer, die leicht versetzt über der Fahrerkabine angebrachte worden war, um festzustellen, ob ich auch wirklich im richtigen Bus säße.

In mir war eine stetig kribbelnde Anspannung - während der Busfahrt - vorhanden.
Vielleicht weil dieses kleinste denkbare Abenteuer zu unerwartet auftauchte?   Zumindest solange, bis ich eindeutig in der Dunkelheit bekannte Objekte durch die Busscheinwerfer einbahnfrei identifizieren konnte.

Ich sollte gründlich hinterfragen, ob ich mir genug vertraue?



Sehr gelacht und happy gestimmt!
Über viele CDs - Musik im Allgemeinen - aus den 90er Jahren. Soviel lustiges, unvergessliches, schräges, Keckes zum Schulterklopfen und Kopfschütteln. „1101101 heißt, ich liebe dich, ich möchte bei dir sein“ - „Das Modul.“ *verschmitzt lach*




„Guten Morgen!“ – „Wer immer ihr auch seid?!“

10.9.20 04:58

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (10.9.20 06:41)
Nun musste ich laut lachen, denn ich nehme mal an, dass diese Frau vielleicht unterwegs war, um ihrem Kind die vergessenen Sportsachen nachzuliefern?
Aber die Vorstellung, dass sie selber im blauen Kleid vom Kicken kommen könnte, hat natürlich was ...

Das Gefühl, womöglich in die falsche Richtung unterwegs zu sein, kenne ich auch, allerdings eher vom Zugfahren. Mitunter sind die Verspätungen so groß, dass man beim Umsteigen fast blind in den nächsten Anschlusszug springen muss, und da habe ich mich auch schon öfter bei anderen Fahrgästen vergewissert, ob dieser Zug auch wirklich nach hier oder dort fahre ...

Liebe Morgen-ist-schon-wieder-Freitag-Grüße von der

"Rex-Mama"


Sparköchin / Website (10.9.20 20:38)
Darf ich dazu bitte auch was beisteuern?
Vor Jahren war mein Ziel die portugiesische Algarve, wofür ich nach Faro fliegen und dann Zugfahren musste.
In Palma di Mallorca also umgestiegen, sehr knappe Transferzeit, hechelnd das Gate erreicht, in den Flieger gehüpft, mich in den Sitz fallen lassen und es mir gemütlich gemacht, als der Pilot uns begrüßte: "Herzlich willkommen also auf diesem Flug nach Sevilla ..." - kollektives Hyperventilieren der Passagiere - "... äh, nach Faro natürlich, nach Faro!"
Pfff.
Ich bin auch immer wachsam, wenn ich unterwegs bin!

Lieben Gruß
von der Sparköchin


lifeminder (10.9.20 22:51)
Hallo, Liebe "Rex-Mama" und Liebe Sparköchin!

Vielen Dank für diese tollen Kommentare.
Eure Kommentare werten meine Blogs unglaublich Auf. Danke! Dank!


Maccabros (11.9.20 06:55)
Tja, die liebe Sprache, die sich so sagenhaft verwenden lässt...

LG

Maccabros

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