„Stachelschwein*innen* “

Ich habe mich wieder eingekriegt, nachdem Blogeintrag gestern!

Ausgeschlafen.
In die Gemütlichsten Klamotten geschlüpft die ich besitze.
Mausgraues, weites T-Shirt, dunkelblaue Jogginghose. Da ich seit zwei Tagen keine Bartrasur vornahm, fand Vater, gleich, mehre Ausdrücke um mein aktuelles Erscheinungsbild zu umschreiben. „Igel“ und „Stachelschwein“ rangieren ganz vorne in seiner Favoritenliste.

Ich fühle mich gerade so wohl. Wobei jetzt schon sicher ist, spätestens mit der Rückkehr in den Alltag verschwindet auch der Bart wieder.


Da es Ausnahmsweise nichts zu tun gab – ich hatte aber auch nicht aktiv danach gesucht - packte ich mich in die dicke Jacke ein, warme Mütze auf das Köpfchen und setzte mich für über eine Stunde nach draußen.

Auf dem Elterlichen Rasen hing ich fast eine Stunde fixen Gedanken nach, während ich das Vogelhäuschen beobachte, wo sich jedoch - in meiner Gegenwart, selbst aus Entfernung - kein fliegender Piepmatz, noch anderes Getier, sehen ließ.


Der Tag verflog wie im nu.
Lesen, Filmeschauen, Plätzchen essen, mehr essen.
Besonders die Filme hinterließen bleibenden Eindruck. Zum einen: „St. Vincent“ mit einem wunderbar schrägen „Bill Murray“.


Noch mehr verzauberte mich: „Ist das Leben nicht schön“.
Vielleicht, der Weihnachtsfilmklassiker überhaupt? – Aus dem Jahre 1946.
Die Schauspielleistungen von „James Stewart“ und „Donna Reed“ Großartigst.

Der Film überragend.
Ich sah „Ist das Leben nicht schön“ mit den Eltern im linearen TV an. Die meiner Meinung – im Gegensatz zu mir – nur Mittelmäßig begeistert waren. Vater kannte den Film natürlich. Mama hatte zumindest davon gehört, war sich jedoch nicht sicher, ob sie ihn je gesehen hatte. Gefallen hat er ihr wohl nur bedingt, dass sie zwischendurch immer Mal wieder die Augen schloss.

Ein Film über Berufliche Auf- und Abstiege, Sehnsüchte, Verluste, Freundschaften und die ganz großen Liebe.
Mit einem bezaubernden, erwachsenen, märchenhaften Flair und einem rundum gelungenen Erzählstrang.


Jeder Mensch – mit dem ich mich austausche - findet dieses drangehängte, gestelzte, *innen* auch weiterhin ausgesprochen nervig.
Mich hat dieses Thema einmal mehr beim Podcast hören und Artikel lesen besonders stark getriggert.  

Ich kenne noch immer KEINE Frau, bisher, die darauf besteht, dass sie explizit als Leserin angesprochen wird, und die sich nicht – auch - mit dem Begriff „Leser“ absolut angesprochen fühlt und damit begnügt.
Ob das wirklich dazu führt, dass auch nur eine Frau aufgrund eines gedruckten oder ausgesprochenen *in* mehr respektiert wird?

Vielleicht liegt es daran, dass das von Menschen ausgeklügelt wurde, die einfach zu viel Zeit und Langweile hatten, sich so etwas zu überlegen? – Oder ich bin (noch) zu Blöde um es zu verstehen?

Meiner Meinung achtet man einen Menschen! Ob Frau, Kind, Divers oder Mann!
Wer das nicht tut, hat ohnehin keinen Bock! Der ist ohnehin nicht bei Trost und wahrscheinlich nur noch schwer zu helfen!!!

Ich mag Menschen und respektiere sie alle:
Die Bäcker*innen, Verkäufer*innen, Lehrer*innen, Sportler*innen, Handwerker*innen, Fotograf*innen, Cousinen, Freund*innen, Ärztinnen, Arzthelfer*innen, Florist*innen, Busfahrer*innen, Schweißer*innen, Pfleger*innen, KFZ-Mechaniker*innen, Physiker*innen, Bibliothekar*innen, Optiker*innen usw.  

… mit und vor allem auch, Tatsächlich, ganz ohne *in* & *innen*
😊



„Guten Morgen! – Wer immer ihr auch seid?!“

30.12.20 06:54

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (30.12.20 09:21)
Jaaaa, heute sprichst du mir sooo was von aus der Seele, denn ich hasse dieses Sternchen- und Innen-Gedöns ja wie die Pest!
Für mein Empfinden ist es mehr als lächerlich, Texte derart schwer les- und verstehbar zu machen, eine Verballhornung der Sprache und ich pflege das Lesen abzubrechen, wenn mir so etwas wiederholt zugemutet wird, und Nachrichtensendungen schalte ich ab!
Ich bin absolut für gleichen Lohn für gleiche Leistung, aber ich möchte keinen Job aufgrund einer Quote bekommen, sondern nur wegen meiner Qualifikation und Ausstrahlung.
Und wenn man mich für geistig so minderbemittelt hält, dass ich nicht in der Lage sein könnte, mich bei Verwendung des generischen Maskulinums mit angesprochen zu fühlen, dann beleidigt mich das erheblich.
Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt, und nicht sein Geschlecht, weder mein eigenes noch das der anderen und wenn man ständig auf die Unterschiede hinweist, hat das für mich viel mehr Trennendes als Verbindendes zur Folge.
Mir geht dieses ganze Theater mächtig aufn Zeiger und hat in meinen Augen wenig mit gesundem Menschen*Innen-Verstand zu tun.

Mit dicker Jacke und Mütze hast du mich übrigens ganz schön aufs Glatteis gefüht, denn ich rechnete nun damit, dass du von einem langen Spaziergang durch die Natur erzählen würdest, dann kam ... "und setzte mich ...", danke dafür, habe richtig fröhlich aufgelacht.

Liebe Genieße-jeden-Moment*Innen-Grüße von der

"Rex-Mama"


Sparköchin / Website (30.12.20 14:38)
Servus lieber lifeminder,
deinen Nicht-Spaziergang finde ich auch lustig! Bei den *innen bin ich in einem Dilemma. Einerseits finde ich es beim Schreiben mühsam, auch beim Lesen und wenn ich mich in Gesprächen verständlich machen will.
Andererseits: wir könnten doch jetzt, nachdem wir jahrhundertelang ausschließlich die männliche Form verwendet haben, einmal für die nächsten 100 Jahre versuchsweise nur die weibliche Form verwenden und alle Geschlechter drin einschließen.
Und solange bei diesem Vorschlag die Mehrheit aufschreit und das für sinnlos hält - solange brauchen wir die *innen.
Mit der Frauenquote ist es meiner Meinung nach ähnlich. Wir müssen endlich alle Geschlechter in alle Berufe und Ebenen bringen, damit wir uns - alle! - dran gewöhnen. Wenns nur mit Quote geht: blöd. Aber Hauptsache es tut sich was!

Ich mag Menschen grundsätzlich eher nicht und bemühe mich trotzdem, sie zu achten, unabhängig von ihren Attributen.

Lieben Gruß
schickt die Sparköchin

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